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GEW macht sich für "Initiative für Erzieherinnen" stark

Bildungsgewerkschaft stellt Drei-Punkte-Programm vor

Mehr zu: Erzieherinnenausbildung, Fachkräftebedarf, Frühe Förderung, Frühkindliche Bildung, KITA, Statistik, Berufliche Bildung, Kindergarten / Vorschule
Frankfurt a.M., 09.02.2010 -

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), die Qualität in Kindertagesstätten zu verbessern. Mit Blick auf die DGB-BDA-Tagung, die morgen in Berlin stattfindet, forderte die GEW die Bundesregierung auf, mehr Initiative für den Erzieher-Beruf zu zeigen. Die Bildungsgewerkschaft legte ein Drei-Punkte-Programm gegen den Erziehermangel vor.

"Erstens müssen berufsbegleitende Ausbildungsgänge für Erzieherinnen aufgebaut werden - ohne Abstriche am fachtheoretischen Ausbildungsteil. Zweitens sollen mit einer Werbekampagne ausgebildete Erzieherinnen, die in den vergangenen Jahren in die Familienphase gegangen sind, zurückgeholt werden. Zudem muss der Ausbau grundständiger Studiengänge 'Frühe Kindheit' bundesweit verstärkt voran getrieben werden. Für neue Studiengänge müssen die Hochschulen die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen erhalten", sagte GEW-Kita-Experte Norbert Hocke am Dienstag in Frankfurt a.M.. Er schlug einen "Runden Tisch" vor, an dem Jugend- und Kultusminister, Träger, Ausbildungsstätten und die Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie Berufsverbände und Gewerkschaften beteiligt sein sollten.

Hocke kritisierte, dass Familienministerin Kristina Köhler (CDU) bisher kein Konzept gegen den dramatischen Fachkräftemangel vorgelegt habe. Allein der Ausbau der Tagesstätten für Kinder, die jünger als drei Jahre sind, und der Ersatzbedarf für in Rente gehende Erzieherinnen erforderten die Einstellung von mindestens 50.000 neuen Fachkräften. Gleichzeitig müsse der Personalschlüssel deutlich verbessert werden. Für die Kraftanstrengung, die für das Erreichen dieser Ziele notwendig ist, müssten auch die Gewerkschaften und Träger an einen Tisch geholt werden. "Die Qualität von Bildung, Erziehung und Betreuung ist nicht zu gewährleisten, wenn eine Kraft für mehr als zehn Kinder verantwortlich ist. In den meisten Bundesländern müssen der Erzieherinnen bis zu 50 Prozent mehr Kinder betreuen als nach internationalen Standards üblich", betonte der Kita-Experte. "Alle Initiativen, mehr junge Menschen für den Erzieher-Beruf zu gewinnen, werden aber nur dann erfolgreich sein, wenn die Arbeitsbedingungen verbessert werden und das Gehalt erhöht wird."

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