Philologenverband Baden-Württemberg
Vorfahrt für die Bildung!
Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) zum Amtsantritt von Ministerpräsident Stefan Mappus
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungschancen, Bildungswesen, Schulsozialarbeit, Unterrichtsversorgung, SonderthemenDer Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) gratuliert dem neu gewählten Ministerpräsidenten Stefan Mappus und wünscht ihm für die anstehenden landes- und bildungspolitischen Entscheidungen eine glückliche Hand. Gute Wünsche übermittelt der Philologenverband, der in Baden-Württemberg über 8000 Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien des Landes vertritt, auch dem scheidenden Ministerpräsidenten Günther Oettinger für seinen neuen Aufgabenbereich in Brüssel.
PhV-Landesvorsitzender Bernd Saur verbindet seine Glückwünsche zum Amtswechsel an der Spitze des Landes mit klaren Erwartungen an den neuen Ministerpräsidenten, der Bildungspolitik und insbesondere den Arbeits- und Rahmenbedingungen an den Schulen des Landes höchste Priorität beizumessen.
Saur: "Gerade in Zeiten der noch nicht ausgestandenen Finanzkrise muss Bildung als beste Zukunftsinvestition ein herausragender Schwerpunkt der baden-württembergischen Regierungsarbeit sein; durch klare Richtungsangaben und durch politische Einzelmaßnahmen muss deutlich werden, dass unser Bundesland zurecht den Namen ´Kinderland Baden-Württemberg` verdient und die Landesregierung alles unternimmt, um diesem Anspruch gerecht zu werden." Nach Auffassung des Verbandes biete der Amtswechsel die Chance, dies durch schnelle und unbürokratische schulpolitische Entscheidungen sichtbar zu machen.
So komme es jetzt darauf an, rasch bedarfsgerecht und ohne großen Verwaltungsaufwand die an den Schulen entstehenden Lücken bei der Unterrichtsversorgung durch die Einstellung von Krankheitsvertretungen zu schließen. Ein weiterer Anstieg der enormen Überstunden-Bugwelle der ohnehin schon über Gebühr belasteten Lehrerinnen und Lehrer sowie Streichungen im Ergänzungsbereich seien nicht länger akzeptabel. Saur: "Nur durch eine 110-prozentige Lehrerversorgung an jeder Schule des Landes kann man dieses Problem in den Griff bekommen."
Nach Auffassung des PhV müssten umgehend Verhandlungen mit den Schulträgern zum Zweck der Einstellung von nichtunterrichtendem Personal an den Schulen aufgenommen werden. Saur forderte in diesem Zusammenhang u.a. Personal für Netzwerkbetreuung, für Schulsozialarbeit, für psychologische Betreuung, für Berufsberatung, Aufsichten sowie Personal für Gesundheitsprävention und Gesundheitsfürsorge. Nach dem G8/G9-Doppelabitur und gleich mit Beginn des Schuljahres 2012/13 müsse außerdem die 25. Stunde für Gymnasiallehrer wieder gestrichen werden. Auf keinen Fall dürften Lehrerstellen bei den dann sinkenden Schülerzahlen wegfallen! Saur: "Diese Stunden müssen u.a. für eine bessere individuelle Schülerförderung, für eine weitere deutliche Reduktion des Klassenteilers und für Klassenlehrerstunden zur Verfügung stehen!"
Um die Attraktivität des Lehrerberufs zu steigern, müsse die Absenkung des Eingangsgehalts für Berufsanfänger wieder zurückgenommen werden. "Und damit gut ausgebildeter Lehrernachwuchs nicht abwandert, sollte der Lehrer-Einstellungstermin auf den jeweils 1. August eines Jahres vorverlegt werden", so Saur mit dem Wunsch an den neuen Ministerpräsidenten Mappus: "Wir hoffen auf eine konstruktive Zusammenarbeit und wünschen uns eine verlässliche Bildungspolitik, die unser begabungsgerechtes gegliedertes Schulsystem in Baden-Württemberg weiterentwickelt und in dem das Gymnasium seinen bedeutenden Platz und Bildungsanspruch zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler behält."
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