Auch im Jahr der Krise haben Politik und Wirtschaft ihre Zusagen im Ausbildungspakt eingehalten. So warben Kammern und Verbände insgesamt 72.600 neue Ausbildungsverträge ein. Nach der Nachvermittlungsaktion waren deutlich weniger Bewerberinnen und Bewerber unversorgt als in den Vorjahren.
"Trotz der Krise ist der Ausbildungsmarkt stabil und hat sich weiter entwickelt", sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle nach der Sitzung des Lenkungsausschusses. Auf Einladung des Bundesverbandes der Freien Berufe trafen sich Vertreterinnen und Vertreter des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Berlin.
"Der Ausbildungspakt hat sich bewährt", ergänzte Brüderle und kündigte eine Verlängerung um zunächst zwei Jahre an. Über die Ausgestaltung wird im Herbst entschieden.
Angesichts der größten Wirtschaftskrise in der Nachkriegszeit ist die Pakt-Bilanz recht positiv. So gewannen Kammern und Verbände 46.300 neue Ausbildungsbetriebe.
Die Bundesagentur für Arbeit förderte 41.000 Eintritte in außerbetriebliche Ausbildungen.
Im vergangenen Jahr konnten aber nur 8,2 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden als im Jahr zuvor. Das sind mit insgesamt 566.004 Verträgen 50.340 weniger.
"Ursächlich hierfür ist natürlich zum einen die Wirtschaftskrise, zum anderen gibt es demographisch bedingt schlichtweg weniger Bewerber", so Ulrich Oesingmann. Er ist Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe.
In manchen Regionen führte die sinkende Bewerberquote dazu, dass für viele Ausbildungsstellen keine ausreichend qualifizierten Bewerberinnen und Bewerber gefunden werden konnten. Damit deutet sich ein Fachkräftemangel in wenigen Jahren an.
Insbesondere für schwache Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die keinen Ausbildungsplatz fanden, bewährten sich die Einstiegsqualifizierungen (EQ). 23.700 Jugendliche mündeten in ein derartiges betriebliches Praktikum ein.
Von den 9.600 im September gezählten unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern fanden 5.300 einen EQ-Platz, eine Ausbildungsstelle oder setzten die schulische Ausbildung fort. Alle unversorgten Jugendlichen erhielten in der Nachvermittlung mindestens ein Qualifizierungsangebot.
Die Paktpartn er wollen ganz besonders Jugendliche mit Migrationshintergrund fördern. Während 68 Prozent der deutschen Jungendlichen eine Ausbildung beginnen, sind es bei jungen Menschen mit ausländischem Hintergrund nur 32 Prozent.
"Die Ausbildung von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien ist angesichts des demografischen Wandels das Gebot der Stunde. Die Unternehmen sichern sich so ihre Fachkräfte von morgen. Und die Migranten erhalten eine Perspektive für eine erfolgreiche Zukunft in unserem Land", sagte Staatsministerin Maria Böhmer, Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration.
Kontext:
Bilanz des Ausbildungspakts