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Kultusminister Spaenle nennt Zeitpunkt des Schülerstreiks während der Unterrichtszeit eine "Provokation"

Kultusministerium begleitet Schüler bei der Einführung der neuen Oberstufe - Konsequente Prozesssteuerung führt zu konkreten Maßnahmen, Schüler zu entlasten

Mehr zu: Bayern, Bildungsstreik, G8, Gymnasium, Schulorganisation, Spaenle, Schule
München, 11.02.2010 -

Das Kultusministerium steuert den Prozess der Einführung der neuen Oberstufe konsequent. Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat aufgrund der damit verbundenen bisher drei Stufen der Überprüfung mehrere konkrete Maßnahmen in Kraft gesetzt, um die Schüler zu entlasten. Dies unterstrich er heute nochmals in München und nahm auch zu den für morgen geplanten Aktionen von Schülern Stellung.

"Wir begleiten die rund 35.000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen Gymnasium sehr intensiv. Wir steuern den Prozess der Einführung der neuen Oberstufe konsequent, bis die Schülerinnen und Schüler ihr Abiturzeugnis 2011 erhalten. An den Punkten, wo Nachsteuerungsbedarf besteht, etwa in der Belastung des einzelnen Schülers durch den Stundenplan oder bei dem Niveau der Leistungsnachweise haben wir entsprechend gehandelt." Das Ministerium hat seinen Gestaltungsspielraum genutzt. Jetzt geht es um die Umsetzung der neuen Oberstufe in der einzelnen Schule, bei der das Ministerium die Lehrkräfte und Schulleitungen unterstützt.

Viele kritische Hinweise, die die Veranstalter der Protestaktionen an das Kultusministerium richten, wurden durch das Ministerium bereits aufgegriffen.

Zum Halbjahr werden die Noten der Zeugnisse der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen und der Jahrgangsstufe 12 des neunjährigen Gymnasiums erhoben.

Minister Spaenle: "Zeitpunkt des Schülerstreiks ist eine Provokation"

Den Zeitpunkt des sog. "Schülerstreiks" bezeichnet Minister Spaenle als "Provokation, da hier die Schulpflicht verletzt wird". Das Ministerium stehe zu den Maßnahmen, die die Schulleiter aus pädagogischer Verantwortung bei Verletzung der Schulpflicht verhängen. Minister Spaenle betonte auch ausdrücklich das Recht der Schüler auf Meinungsäußerung und Demonstration. "Ich wünsche mir, dass sie dieses Recht in der unterrichtsfreien Zeit wahrnehmen", ergänzte der Minister.

Nächste Stufe der Prozesssteuerung umgesetzt

Bei der Einführung der neuen Oberstufe wird nun die nächste Stufe der Prozesssteuerung umgesetzt.

  1. Ziel ist es dabei, das Grundkursniveau fußend auf dem neuen Lehrplan bei allen Leistungsnachweisen in der jetzigen 11. Jahrgangsstufe umzusetzen. Alle Lehrkräfte erhalten dazu detaillierte Handreichungen als Orientierungshilfen bei der Umsetzung des Grundkursniveaus für alle Fächer, u. a. die Sonderkontaktbriefe des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB). Die konkrete fächerspezifische Umsetzung wird in Fachschaftssitzungen an allen Gymnasien in Bayern vertieft.

  2. Bei der Umsetzungsstrategie zur Fokussierung des Unterrichts in den einzelnen Fächern auf den zentralprüfungsrelevanten Kernstoff gilt allein der Lehrplan für das achtjährige Gymnasium. Dieser ist auf vertiefte Allgemeinbildung und Vermittlung von grundlegenden Kompetenzen ausgerichtet. Die Schüler des achtjährigen Gymnasiums legen ihr Abitur in fünf Fächern, darunter Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache. In den W- und P-Seminaren stehen zudem Fähigkeiten im Mittelpunkt, die sie für Studium und Beruf dringend benötigen.

  3. Leistungsnachweise müssen sich wie die Lehrpläne und die Abiturprüfungen am Grundkursniveau orientieren.

Mit Blick auf das Zwischenzeugnis kündigte Minister Spaenle an: "Wir führen erstmals eine landesweite repräsentative Erhebung der Durchschnittsnoten der Halbjahreszeugnisse in allen Fächern durch. Damit verfügen wir über einen Indikator, um die Wirksamkeit unserer Oberstufenkonzeption zu überprüfen und gegebenenfalls unsere Maßnahmen zu intensivieren."

Die Erhebung der Halbjahreszeugnisnoten in den einzelnen Fächern stellt die dritte prozessbegleitende Abfrage dar, die Minister Spaenle seit Frühjahr 2009 bayernweit angesetzt hatte.

Im Frühjahr 2009 hatte Minister Spaenle die Oberstudiendirektoren hinsichtlich der notwendigen Budgetausstattung zur Einführung der neuen Oberstufe befragt und ein zusätzliches Stundenbudget in Höhe von 3,6 Prozent zur Verfügung gestellt. Die durchschnittliche Zahl der Schüler in Jahrgangsstufe 11 beträgt hierdurch in Kursen rund 20 und in Seminaren rund 13.

Im Herbst 2009 hatte Minister Spaenle die Belastung von Schülern bei den Schulen erhoben und dabei Entlastungen durch die Um- und Abwahl von Fächern ermöglicht und eine Ausrichtung der Leistungsnachweise auf Grundkursniveau angemahnt. Nun prüft Minister Spaenle im dritten Schritt, ob die Maßnahmen sich auch in der Schulwirklichkeit niederschlagen.

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