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Mit Kompetenztests dem Wissen der Schüler auf der Spur

Mehr zu: Grundschule, Gymnasium, Individuelle Förderung, Mittelschule, Saarland, Sachsen, VERA (Studie), Vergleichsarbeiten, Schule
Dresden, 25.01.2010 -

Erstmals schreiben in diesem Schuljahr alle Schüler der dritten, sechsten und achten Klassen sogenannte Kompetenztests. Damit wird der Lernstand von insgesamt etwa 80.000 Schülern in den Fächern Deutsch und Mathematik und bei den Sechst- und Achtklässlern zusätzlich in Englisch überprüft. Die zentralen Tests werden zu jeweils einheitlichen Terminen im zweiten Schulhalbjahr durchgeführt.

In diesem Jahr beginnen die Tests am 23. Februar mit dem Fach Mathematik für die sechsten Klassen und enden am 6. Mai mit dem Test für Grundschüler ebenfalls in Mathematik. Für die Bearbeitung der Aufgaben haben die Schüler jeweils zwei Unterrichtsstunden Zeit. "Von den Ergebnissen erwarten wir uns wertvolle Hinweise über die Stärken und Schwächen der Schüler", so Kultusminister Roland Wöller heute in Dresden. "Nur, wenn wir wissen, wo genau jeder Schüler steht, kann die individuelle Förderung verbessert und eine gezielte Entwicklung der mit den Bildungsstandards angestrebten Kompetenzen gesichert werden." Gleichzeitig dienen die Leistungstests den Lehrern als wichtiges Instrument, um ihren Unterricht weiter zu optimieren. Die Arbeiten werden nicht benotet, ihre Ergebnisse dienen ausschließlich Schülern, Lehrern und Eltern, um weiteren Lernbedarf zu konkretisieren.

Die jetzigen Tests ersetzen die seit dem Jahr 2003 in Sachsen üblichen Orientierungsarbeiten, die bisher jeweils am Anfang des Schuljahres geschrieben wurden. Die Kompetenztests überprüfen Fähigkeiten wie beispielsweise "mathematisch modellieren" oder "Leseverstehen", also Kompetenzen, die im Unterricht über einen längeren Zeitraum entwickelt wurden. Die Aufgaben in den Testheften messen jeweils genau eine Kompetenz. Es gibt dabei sowohl leichte als auch schwierige Aufgaben. Diese Differenzierung ist notwendig, um relevante Unterschiede erkennen zu können. An den Kompetenztests nehmen auch abschlussorientierte Förderschüler teil.

Die Auswertung der Kompetenztests erfolgt durch die Universität Jena. Nachdem die Fachlehrer ihre Korrekturergebnisse online an die Universität gegeben haben, erhalten sie umgehend eine erste Rückmeldung als Sofortbericht. Nach etwa acht Wochen bekommen sie einen klassenbezogenen Ergebnis- und Ergänzungsbericht. Liegen von allen Klassen die Ergebnisse vor, werden in einem zweiten Schritt "Landesschnitt" und "korrigierter Landesschnitt" ermittelt. In den sogenannten "korrigierten Landesschnitt" fließen die Testergebnisse der Klassen mit ähnlicher sozialer Struktur ein. Schulen können sich also mit Schulen vergleichen, die unter ähnlichen Gegebenheiten arbeiten. Ein Ranking von Schulen ist nicht vorgesehen. Die Ergebnisse bleiben Eigentum der Schule. Sie werden in jeder Schule mit Schülern, Eltern sowie in den Fachkonferenzen ausgewertet. Anschließend werden Maßnahmen für die individuelle Förderung abgeleitet. "Uns ist ganz wichtig, dass die Ergebnisse der Tests nicht in Schubladen verschwinden. Im Gegenteil: Mit den Ergebnissen soll konsequent im Sinne der Bildungsqualität weitergearbeitet werden", betonte Wöller. Bei der Entwicklung der Kompetenztests arbeitet Sachsen mit anderen Bundesländern zusammen. In den meisten von ihnen werden ebenfalls solche Tests durchgeführt.

Weitere Informationen unter www.sachsen-macht-schule.de/schule/7694.htm

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