Seit mittlerweile viereinhalb Jahren bietet die Gewerkschaftschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen im Rahmen von lea bildungsgesellschaft Fortbildungen für Lehrer/innen, Erzieher/innen, Sozialpädagogen sowie für die auf dem freien Weiterbildungsmarkt tätigen Kollegen/innen an. Mehr als 1.800 Fortbildungen wurden seither hessenweit angeboten, die auch von vielen nicht gewerkschaftlich organisierten Kollegen/innen nachgefragt werden. Damit präsentiert sich die GEW als ganzheitliche Interessenvertretung der im Bildungsbereich professionell tätigen Kollginnen und Kollegen.
Soeben erschien das aktuelle Programm für den Zeitraum April bis Oktober 2010 mit 200 Fortbildungsangeboten, die ein breites inhaltliches Themenspektrum abdecken: von speziellen fachdidaktischen Fortbildungen über Themen aus dem Bereich ´Beruf und Gesundheit´ bis hin zu rechtlichen Informationen und Studienreisen wie etwa nach Nicaragua.
Politische und bildungspolitische Fortbildung kommen im lea-Programm nicht zu kurz: von der Finanzkrise bis zur aktuellen Auseinandersetzung um Bildungsstandards reicht die Bandbreite. Letztere werden durchaus kontrovers thematisiert: Referenten/innen mit befürwortender als auch kritisch-ablehnender Haltung gegenüber Bildungsstandards sind im lea-Programm vertreten und stellen als Fachvertreter/innen ihre Positionen zur Diskussion.
Für ein gewerkschaftliches Bildungswerk ist das Angebot von Fortbildungen, die sich mit der Chancenungleichheit von Schüler/innen mit Migrationshintergrund sowie anderer Bildungsbenachteiligter befassen, eine Selbstverständlichkeit. Diese wie andere Fortbildungen sind unter www.lea-bildung.de auch im Netz mit genauen Beschreibungen präsent.
Die GEW hat sich den 2005 von oben erzwungenen Markt für Lehrerfortbildungen nicht gewünscht, ihn aber auch nicht verhindern können. Die Zurückdrängung staatlicher Strukturen birgt immer die Gefahr des Verzichts auf gesamtgesellschaftliche Verantwortung für das Bildungssystem und deren Beschäftigte, aber auch für die Nutzer von Bildung, insbesondere Bildungsbenachteiligte. Nichts versinnbildlicht diese Tatsache deutlicher als der mikrige Betrag von 40 € pro Jahr und ganzer Stelle, mit der die hessische Landesregierung die Fortbildung von Lehrer/innen finanziell "unterstützt".
Mit der Gründung der gemeinnützigen lea bildungsgesllschaft hat die GEW in Hessen die durch die neue Lage geschaffenen Herausforderungen angenommen und entschieden, in der gewerkschaftlichen Tradition der Selbsthilfe und Selbstorganisation auf diesem Markt zu agieren, um ihn nicht privat-kommerziellen Anbietern zu überlassen. Bislang hat die rege Nachfrage nach lea-Fortbildungen gezeigt, dass dieser Schritt verstanden wurde.