Transparenz bei den jetzt bekannt gewordenen schlechten Ergebnissen der niedersächsischen Schulinspektion hat die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion Ina Korter gefordert. Einer Mitteilung des Präsidenten der Schulinspektion zufolge ist der Anteil der durchgefallenen Schulen von fünf auf sieben Prozent angestiegen.
"Seit Jahren lässt die Landesregierung die Schulen mit schlechten Inspektionsergebnissen allein", sagte die grüne Schulexpertin. "130 Trainer für Unterrichtsqualität sind für die 3.200 niedersächsischen Schulen bei weitem zu wenig. Es muss allen Schulen ermöglicht werden, bei Bedarf zeitnah Unterstützung anfordern zu können!" Die Grünen-Politikerin warnte davor, beim Umbau der Landesschulbehörde durch weitere Stellenstreichungen die Unterstützungsangebote zu verschlechtern.
Als "völlig verfehlt" bezeichnete Korter Überlegungen in der CDU, Stellen in der Schulinspektion abzubauen. "Aus den schlechten Ergebnissen darf nicht die Konsequenz gezogen werden, in Zukunft nicht mehr so genau hinzusehen; stattdessen muss die Hilfe für die Schulen verbessert werden."
Die Grünen werden die Inspektionsberichte und die Planungen für die Landesschulinspektion mit einer Anfrage zum Thema in der nächsten Sitzung des Landtages zu machen.
Welche Pläne hat die Landesregierung mit der Schulinspektion - werden die Schulen endlich zeitnah unterstützt?
Einem Bericht der Braunschweiger Zeitung vom 22. Februar 2010 zufolge hat der Präsident der Niedersächsischen Schulinspektion vor der Frühjahrstagung des Verbandes der Elternräte der Gymnasien erklärt, dass die Niedersächsische Schulinspektion ihr Ziel verfehlt habe, innerhalb von vier Jahren alle niedersächsischen Schulen zu inspizieren. Vielmehr sei es mit dem derzeitigen Personalbestand nur möglich gewesen, 60 % der Schulen zu besichtigen. Demgegenüber sind Überlegungen aus CDU-Kreisen bekannt geworden, dass die Personalstärke der Schulinspektion weiter deutlich reduziert werden soll.
Weiterhin hat der Präsident der Niedersächsischen Schulinspektion dem gleichen Pressebericht zufolge mitgeteilt, dass der Anteil der bei der Inspektion "durchgefallenen" Schulen, bei denen eine Nachinspektion erforderlich sei, von 5 auf 7 % gestiegen sei. Probleme gebe es insbesondere beim Qualitätskriterium "Lehrerhandeln im Unterricht – Zielorientierung und Strukturierung". Von Seiten der Elternvertreter sei kritisiert worden, dass die Schulen zu wenig dabei unterstützt würden, bei der Schulinspektion festgestellte Mängel zu beheben.
Ich frage die Landesregierung:
Wie will die Landesregierung die Personalstärke der Niedersächsischen Schulinspektion entwickeln, damit zukünftig das Ziel erreicht werden kann, turnusmäßig alle niedersächsischen Schulen innerhalb von vier Jahren zu inspizieren und die erforderlichen Nachinspektionen vorzunehmen?
Wie stellt sich der Prozentsatz der inspizierten Schulen, bei denen eine Nachinspektion erforderlich ist, beim derzeitigen Stand aufgegliedert nach den einzelnen Schulformen dar und welche Qualitätskriterien wurden am häufigsten nicht erfüllt?
Wie will die Landesregierung die Ausstattung und die Struktur des Entwicklungs- , Beratungs- und Unterstützungssystems für die Schulen zeitnah so verbessern, dass allen Schulen, bei denen eine Nachinspektion erforderlich wird oder die in einzelnen Qualitätskriterien nur schwach abgeschnitten haben, kurzfristig ein gezieltes professionelles Unterstützungsangebot gemacht werden kann?
Ina Korter, schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag,
Tel. 0511-3030-3312, mail Ina.Korter@lt.niedersachsen.de
Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag
Reinhard Tydecks
Referent für Schule und Jugend
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