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Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle will Kooperationsmodelle von Haupt- und Wirtschaftsschule einführen

"Neue Kooperation von Haupt- und Wirtschaftsschule eröffnet Schülern weitere Qualifikationsmöglichkeiten"

Mehr zu: Bayern, Berufsschule, Durchlässigkeit, Gemeinschaftsschule, Hauptschule, Mittelschule, Realschule, Schulentwicklung, Schulorganisation, Spaenle, Wirtschaftsschule, Zusatzqualifikation, Schule
München, 22.02.2010 -

Zum neuen Schuljahr soll es in Bayern erstmals Modelle zur Kooperation der Haupt- bzw. künftigen Mittelschule mit der Wirtschaftsschule geben. Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle will zeitnah über die eingegangenen Bewerbungen entscheiden. "Mit diesem Modell einer sehr intensiven Zusammenarbeit können wir den Schülerinnen und Schülern der Haupt- und Mittelschule, die sich wirtschaftlich orientieren wollen, zusätzliche Chancen eröffnen, sich zu qualifizieren. Zudem erhöhen wir damit die Durchlässigkeit zwischen den Schularten", beschrieb der Minister die Zielrichtung der Kooperation.

Die Wirtschaftsschule ist eine berufliche Schule, die von Schülerinnen und Schülern in der vierstufigen Form ab der 7. Jahrgangsstufe sowie in der dreistufigen Form ab der 8. Jahrgangsstufe besucht werden kann und die zum Wirtschaftsschulabschluss, einem mittleren Bildungsabschluss, führt. In Bayern gibt es gegenwärtig 74 staatliche, kommunale und private Wirtschaftsschulen sowie knapp 1000 Hauptschulen.

Im Kooperationsmodell Hauptschule und Wirtschaftsschule soll im Gebäude einer Hauptschule eine dreistufige Wirtschaftsschule eingerichtet, die organisatorisch mit einer nahe gelegenen Berufs- oder Wirtschaftsschule verbunden ist. Der Unterricht soll nach den Planungen gemeinsam von Lehrkräften der Wirtschaftsschule und der Hauptschule gestaltet werden. Für den Unterricht gelten die Schulordnung und die Lehrpläne der Wirtschaftsschule. Am Ende der Jahrgangsstufe 10 sollen die Schülerinnen und Schüler an der zentralen Abschlussprüfung der Wirtschaftsschule teilnehmen und damit den Wirtschaftsschulabschluss erwerben. Die Wirtschaftsschulen und die Hauptschulen bleiben bei dem Kooperationsmodell selbstständig.

Eine gezielte individuelle Förderung, die sich an den Bedürfnissen von Jugendlichen ausrichtet, soll Schülerinnen und Schülern der Hauptschule auch einen Übertritt in eine höhere Jahrgangsstufe der dreistufigen Wirtschaftsschule erleichtern und damit die Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen beider Schularten erhöhen.

Außerdem soll Schülerinnen und Schülern der Hauptschule die Möglichkeit geboten werden, durch die zeitweise Teilnahme an profilbildenden Unterrichtsangeboten der Wirtschaftsschule, wie z. B. Übungsfirmenarbeit, Zusatzqualifikationen zu erwerben.

Als Bestandteil des Konzepts der neuen Bayerischen Mittelschule soll das Kooperationsmodell Hauptschule und Wirtschaftsschule leistungsstarken Schülerinnen und Schülern der Hauptschule, die einen Ausbildungsberuf im Bereich Wirtschaft und Verwaltung anstreben, die Möglichkeit eröffnen, am Standort der Hauptschule und damit wohnortnah einen Wirtschaftsschulabschluss zu erwerben, der erfahrungsgemäß beste Chancen auf einen Ausbildungsplatz bietet.

Der Schulversuch soll vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in München begleitet werden und soll zunächst auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt werden.

Zum Schuljahr 2009/2010 hatte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle auch grünes Licht für die Kooperation von Haupt- und Realschulen an 16 Standorten gegeben. Zum kommenden Schuljahr wird der Minister eine zweite Gruppe von Anträgen auf eine entsprechende Kooperation von Haupt- bzw. Mittelschulen und Realschulen genehmigen.

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