Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemer besuchte heute die Grundschule "Pfiffikus" in Böhlen und nahm an einer Musikstunde im Rahmen des "JeKi"-Projekts (Jedem Kind ein Instrument) teil.
"Aktives Musizieren macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch die sozialen und intellektuellen Fähigkeiten der Kinder. Mit "JeKi" können die kleinen Schüler spielerisch die Welt der Instrumente für sich entdecken. Damit wird auch ein wichtiger Baustein für die kulturelle Bildung an Schulen gelegt. "JeKi" begeistert für Musik und es ist schön zu erleben, wie neugierig und unvoreingenommen Kinder in die Welt der Musik und Instrumente eintauchen. Hier bietet sich eine wunderbare Möglichkeit, Musik als täglichen Begleiter eine Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Diese Chance eröffnet das Projekt "JeKi" Kindern aus allen sozialen Schichten gleichermaßen", schilderte die Ministerin ihre Eindrücke aus dem Unterricht.
"JeKi", Jedem Kind ein Instrument, ist ein Modellprojekt des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst für Grundschüler der ersten und zweiten Klasse im ländlichen Raum. Es läuft seit dem Schuljahr 2009/10 und wird jährlich mit 350.000 Euro gefördert. 14 Musikschulen, 38 Grundschulen und mehr als 100 Pädagogen wirken mit. Derzeit erhalten 1.112 Erstklässler JeKi-Unterricht an ihrer Schule. Die Erstklässler lernen verschiedene Instrumentengruppen ("Instrumentenkarussell") kennen und entscheiden sich bei Interesse in der zweiten Klasse für ein Instrument.
Der Unterricht im 1. Schuljahr ist kostenlos und beinhaltet das Kennenlernen der Instrumentengruppen im "Instrumentenkarussell" (JeKi I). In der zweiten Klasse können die Kinder freiwillig gegen eine geringe Gebühr ein Instrument ihrer Wahl erlernen (JeKi II). Es wird davon ausgegangen, dass etwa 60% der Kinder an JeKi II teilnehmen werden.
Träger des "JeKi"-Projektes ist der Verband deutscher Musikschulen, Landesverband Sachsen e. V. (VdM). Als Dachverband der vom Sächsischen Kunstministerium geförderten Musikschulen hat er das Projektmanagement und die Koordinierung der beteiligten Partner und Institutionen übernommen. Dr. Klaus-Dieter Anders, 1. Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen Sachsen e. V.: "Wenn das Projekt Erfolg hat, wenn dieser neue Unterricht gelingt, werden wir ein gesteigertes gesellschaftliches Interesse am Instrumentalunterricht erleben. Wir werden mehr Kinder für die Musik begeistern, und diese Musik wird im Leben dieser Kinder und in dem späteren Erwachsenen eine viel größere Rolle als bisher spielen. Wir sollten "JeKi" als einzigartige Chance begreifen!"
Das "JeKi"-Projekt wird von einem Beirat aus Vertreter/innen des sächsischen Kultusministeriums, Kunstministeriums, VdM sowie der Hochschule für Musik und Theater Leipzig (HMT) begleitet. Die wissenschaftliche Begleitung organisiert sich nach einem gemeinsamen Forschungskonzept von VdM und HMT. Es umfasst das Monitoring über den Projektzeitraum sowie die Auswertung der Ergebnisse.