Lehrerfortbildung zur Diagnose von Leserechtschreib- und Rechenschwäche: Minister Tesch überreicht Zertifikate an die ersten Absolventen
Neuer Kurs im Anschluss gestartet
Mehr zu: Dyskalkulie, Förderunterricht, Handikap, Inklusion, Legasthenie, Lehrerbildung, Mecklenburg-Vorpommern, SchuleBildungsminister Henry Tesch übergab heute an der Verwaltungsfachhochschule Güstrow die Abschlusszertifikate für den Qualifizierungskurs "Diagnostik, Förderung und Beratung von Schülern mit Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben sowie Rechnen". In seinem Grußwort würdigte er die Leistungen der 43 Teilnehmer, die in einem Zeitraum von 1½ Jahren den Kurs absolvierten: "Ein Blick auf die gesellschaftlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen verlangt, dass eine fortschreitende Professionalisierung der Kollegen an unseren Schulen vor allem von ihnen selbst vorangetrieben werden muss."
Ziel des Kurses war es, sich mit Verfahren zur Diagnostik von Legasthenie (Leserechtschreibschwäche) und Dyskalkulie (Rechenschwäche) auseinander zu setzen sowie Möglichkeiten der Förderung und Anwendung kennen zu lernen. Weiter erlernten die Teilnehmer, wie betroffene Kinder, Eltern und Kollegen professionell beraten werden können. Für den Kurs standen vier Tutoren zur Verfügung.
Dank der Fortbildung soll es künftig noch besser gelingen, den gemeinsamen Unterricht professionell zu begleiten. Im Mittelpunkt der Selbstständigen Schule, die zu diesem Schuljahr an allen Schulen des Landes eingeführt worden ist, steht die individuelle Förderung der Schüler. Die Schulen haben somit den Auftrag, die Lernbedingungen für jeden einzelnen Schüler bestmöglich zu gestalten.
Die Forschung geht davon aus, dass in der Bundesrepublik ca. 4-6 Prozent der Bevölkerung erhebliche Schwierigkeiten im Lesen und mathematischen Bereich haben. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich seit 1992 ein sehr breites Vernetzungssystem in den Bereichen Legasthenie und Dyskalkulie entwickelt. Kontinuierlich wurde die Förderstrategie in den Bereichen Diagnostik, Förderung und Beratung weiterentwickelt – eine beispielhafte Entwicklung in der Bundesrepublik. So konnte in den letzten Jahren ein flächendeckendes System der Förderung von Schülern auf – und ausgebaut werden.
Im Rahmen der gegenwärtigen Überarbeitung der Verwaltungsvorschrift zur Legasthenie und Dyskalkulie wird konsequent das Ziel verfolgt, wissenschaftliche Erklärungsansätze und praktische Interventionsmöglichkeiten zu verbinden, damit für betroffene Schüler eine Chancengleichheit innerhalb der verschiedenen Schulformen weiterhin möglich gemacht werden kann.
Den Kursabsolventen kommt dabei künftig in der allgemein bildenden Schule eine wesentliche Aufgabe bei der Gestaltung des Prozesses der individuellen Förderung und Beratung zu. Minister Tesch: "Ihre Fortbildung trägt im entscheidenden Maße dazu bei, erworbene Kompetenzen in diesen Bereichen weiter zu vermitteln, um somit die Qualität der schulischen Ausbildung zu erhöhen und eine Steigerung der Schulerfolge zu erzielen."
Den neuen Teilnehmern des Kurses wünschte Minister Tesch viel Erfolg. "Fachlich fundierte Kenntnisse im Umgang mit Lese- oder Rechenschwäche sind für alle Lehrer wichtig und notwendig - nutzen Sie das Potential und geben Sie Ihr Wissen und Können als Multiplikatoren an Ihren Schulen weiter!"
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