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Pressemeldung von: GEW Nordrhein-Westfalen

Mehr Investitionen in "Frühe Förderung" für Kinder in sozialen Brennpunkten!

"Bildungsoffensive Ruhrgebiet" durch Kooperation der Kommunen

Essen, 01.03.2010

Zur Bekämpfung der Kinder- und Bildungsarmut fordern GEW, DGB und Bildungsexperten eine umfassende "Bildungsoffensive Ruhrgebiet". Sie soll sich am erfolgreichen Muster der Kooperation der Ruhrgebietskommunen im Rahmen der "Internationalen Bauausstellung" (IBA) orientieren. War es vor 20 Jahren die IBA, die weithin sichtbare Impulse für den Wandel der Region gegeben hat, könnten heute zukunftsgerichtete Initiativen von einer "Modellregion für Bildung und Frühförderung" ausgehen, mit der sich die Bildungspotentiale der Region mobilisieren lassen.

Der stellvertretende Landesvorsitzender der GEW, Norbert Müller, forderte vor zahlreichen Landes- und Kommunalpolitikern sowie Gewerkschaftern auf einer GEW-Veranstaltung im Plenarsaal des RVR sich für ein solches Projekt stark zu machen: "Nach den ersten Planspielen für eine "Bildungsregion Ruhr 2018", die vor gut zwei Jahren gemacht wurden, müssen jetzt energische Taten folgen."

Der Vorsitzende des DGB-Landesbezirks, Guntram Schneider, unterstützte die Initiative der GEW im Ruhrgebiet für einen Masterplan Bildung: "Wir erwarten, dass Bund und Land endlich die erforderlichen Mittel für die Infrastruktur und die konsequente individuelle Förderung in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in die Region geben. Wenn die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen nicht umgehend und entschieden verbessert werden, werden wir in Zukunft einen massiven Facharbeiter- und Akademikermangel haben."

In den 53 Gemeinden des Regionalverbandes Ruhr gibt es nach Kenntnis der GEW zahlreiche hervorragende Initiativen und Projekte zur Eindämmung von Kinder- und Bildungsarmut – denen der eklatante Geldmangel der Kommunen bisher enge Grenzen gesetzt habe. Die Zuständigkeit für die Finanzierung dieser wichtigen Projekte dürfe, so GEW-Vize Müller, nicht länger "wie eine heiße Kartoffel hin- und hergeworfen" werden.

Nach dem Motto "Daten für Taten" stellte Volker Kersting vom Zentrum für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung (Zefir) der Universität Bochum sozial-statisch eindrucksvoll dar, wie groß der Handlungsdruck für die Verbesserung der Lage bei den Kleinsten in den zahlreichen sozial gefährdeten Stadtteilen ist.

Frau Dr. Sybille Stöbe-Blossey vom Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen zeigte auf, wie Frühförderung ruhrregional organisierbar ist: : Bildungsbenachteiligte Kinder sollen mit ihren Familien möglichst früh erreicht werden, für die Kinder wird eine Förderkette von null bis zehn bereitgestellt.

Norbert Müller: "Präventive Ausgaben für mehr Bildung bringen dem Staat mittelfristig erhebliche Kosteneinsparungen bei der Sozial- und Jugendhilfe. Wir haben kein Erkenntnis-, wir haben vielmehr ein chronisch gewordenes Handlungsdefizit. In der heißen Phase des Landtagswahlkampfs erwarten wir konkrete Antworten der Parteien."


Zur Veröffentlichung freigegeben - GEW Nordrhein-Westfalen / bildungsklick.de


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