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Pressemeldung
GEW Nordrhein-Westfalen
Turbo-Abi

Eltern und Schüler wollen die Wahl zwischen G8 und G9 haben!

GEW und Eltern kritisieren "Turboabi"

Mehr zu: Elternarbeit, Elternwille, G8, Gymnasium, Nordrhein-Westfalen, Statistik, Schule
Essen, 03.03.2010 -

Die anhaltende Kritik am "G8" wird durch eine Elternbefragung der "Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung" bestätigt. Demnach halten über 80% der Eltern ihre Kinder in der Sekundarstufe I des Gymnasiums für überlastet, 70% der Befragten verlangen neun Jahre Schulzeit für ihre Kinder an den Gymnasien. GEW und Elterninitiative schlagen deshalb dringend die Wahlfreiheit für den Weg zum Abitur vor.

"Die Kritik der Eltern wird von großen Teilen der Lehrerschaft geteilt. Die GEW schlägt der Landesregierung erneut vor, Schülern und Eltern an den Gymnasien die Wahl zwischen G8 und G9 zu eröffnen," erklärte heute GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber in Düsseldorf. Praktisch bedeutet der Vorschlag der GEW, dass in den Gymnasien die sechsjährige Sekundarstufe I wieder hergestellt wird und die Schüler zwischen zwei oder drei Jahren Oberstufenunterricht wählen können.

"Wer mehr höhere Schulabschlüsse anstrebt, muss die Wege zu ihrer Erreichung flexibilisieren", ergänzte der GEW-Landesvorsitzende.

Die Sprecherin der "Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung", die Bonner Diplom-Psychologin Anja Nostadt, fasste das zentrale Ergebnis der Fragebogenaktion, an der sich 3826 Eltern beteiligt haben, zusammen: "85,9% der befragten Eltern sind mit der Schulzeitverkürzung unzufrieden. 3500 Eltern haben zudem eine Petition unterzeichnet, die wir heute im Landtag übergeben werden." In der Petition wird entweder die Abschaffung der obligatorischen Schulzeitverkürzung an den Gymnasien (G8) oder die sofortige Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 für Eltern und Schüler gefordert.

GEW-Chef Meyer-Lauber erläuterte vor der Landespressekonferenz mögliche schulorganisatorische Lösungen. Er unterstrich, dass auf dem Hintergrund der Elternbefragung flexible Ganztagsangebote an den Gymnasien ausgebaut werden müssten, um die individuelle Förderung je nach Lerntempo der Schüler zu ermöglichen. Meyer-Lauber wörtlich: "Die Gymnasien müssen sich in der Sekundarstufe I Zeit nehmen für Exzellenz, aber auch für die Bewältigung von individuellen Lernkrisen der Schülerinnen und Schüler."

Weitere Informationen (Pressemeldung, Infos zur Initiative, Umfrageergebnisse, Text der Petition):
www.gew-nrw.de/index.php?id=2088
www.g-ib-8.de

Ansprechpartner

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Mario Trienens, am 07.10.2010, 22:18

Eltern und Schüler sollen die Wahl zwischen G8 und G9 haben!

Ich finde Ihre Initiative zur "Wahlfreiheit" ausgezeichnet!

Ich glaube auch, es sind weit mehr als 3500 Eltern in NRW und den anderen Bundesländern mit "G8" unzufrieden.

Doch da gibt es auch noch das Problem mit dem „Doppeljahrgang-G8+G9“!

Wie soll das gerecht ablaufen? Die G9er haben da nicht nur einen Alters- und Reifevorsprung, sondern hatten auch noch 1600 Unterrichtsstunden zum Studium des gleichen Unterrichtstoffes mehr zur Verfügung , den die „G8er“ ja bekanntlich auch erlernen!

Und wie ich die Diskussion bisher verstanden habe, bleiben diese Jahrgänge auf Gedeih und Verderb in „G8“ und es gibt überhaupt keinen Gedanken des Ausgleiches dieses unglaublichen Zustandes!

Ich meine solch ein Ausgleich muss geschaffen werden! Und dieser muss rechtlich einwandfrei und klar nachvollziehbar sein!Ich glaube so etwas geht da nur noch über das Verfassungsgericht!

Ich rufe deshalb alle Eltern der von G8 betroffenen Schülerinnen und Schüler, im Besonderen die Eltern der G8 Schüler des „Doppeljahrgangs“ zur Verfassungsbeschwerde wegen der Ungleichbehandlung und Benachteiligung ihrer Kinder auf!


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