Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner hat heute das Konzept für die "Leistungsbasierte Hochschulfinanzierung" vorgestellt. Damit schafft Berlin ein bundesweit neues Instrumentarium, mit dem Planungssicherheit der Hochschulen gewährleistet, mehr Transparenz in der Mittelzuweisung hergestellt und erhebliche Anreize für zusätzliche Leistungen in Lehre und Forschung geschaffen werden. Zugleich können damit auch zentrale Ziele des Landes, etwa die Erhöhung der Studienanfängerzahl, besser erreicht werden.
Die Einführung einer leistungsbasierten Finanzierung ab dem Jahr 2012 ist Teil der Hochschulverträge, die das Land mit den Hochschulen für die Jahre 2010 bis 2013 vereinbart hat. Das nun vorgestellte Konzept wurde mit den Hochschulen in den letzten Wochen erarbeitet, und es bietet allen Hochschulen zusätzliche Chancen.
alle Angaben in Millionen Euro
| Zuschuss (bei gleichbleibenden Leistungen) | Mittel für zusätzliche Leistungen | Maximaler Zuschuss | Maximale Steigerung gegenüber dem Vorjahr | Steigerung gegenüber dem Jahr 2009 | |
|---|---|---|---|---|---|
| 2009 | 899 | ||||
| 2010 | 952 | 952 | 53 | 53 | |
| 2011 | 969 | 969 | 17 | 70 | |
| 2012 | 1.001 | 30 | 1.031 | 62 | 132 |
| 2013 | 1.005 | 43 | 1.048 | 17 | 149 |
Mit der Einführung des Finanzierungssystems setzt Berlin für die Hochschulen mehr Anreize zur Stärkung ihrer Leistungen. Zentrale Zielsetzungen des Senates sind dabei:
Bei den Zuweisungen an die Hochschulen wird zukünftig in drei Bereiche unterschieden:
Das neue System kommt insbesondere auch den Studierenden zugute, da bei der Hochschulfinanzierung die Qualität des Lehrangebotes an Gewicht gewinnt. Ein zentrales Ziel ist es, dass die Studierenden beste Bedingungen für Ihr Studium bekommen.
Das Finanzierungsmodell geht auch auf die unterschiedlichen Aufgabenstellungen der verschiedenen Hochschultypen ein, etwa dadurch, dass kleine Fächer unabhängig von der Nachfrage eine Basisfinanzierung bekommen. Bei den Fachhochschulen wird die Lehre besonders gewichtet, bei den künstlerischen Hochschulen besondere Aktivitäten berücksichtigt
Ebenso wirken sich besondere Forschungsaktivitäten positiv aus: Die Beteiligung an einem Exzellenzcluster oder an einem DFG-Forschungszentrum wird mit jeweils 1,5 Millionen Euro honoriert. Die Hochschulen bekommen auch mehr Geld, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die international renommierte Auszeichnungen erhalten, etwa Alexander von Humboldt-Stipendien oder ERC-Grants, ihre Forschungsvorhaben an der Hochschule durchführen.
Zudem bekommen die Hochschulen finanzielle Anreize, wenn sie etwa mehr Professuren mit Frauen besetzen oder aber vermehrt Studierende mit Migrationshintergrund für sich gewinnen.
Die Sockelfinanzierung umfasst zukünftig rund 34 Prozent der Zuschüsse des Landes an die Berliner Hochschulen. Die leistungsbasierte Zuweisung für die Lehre macht 33 Prozent und die leistungsbasierte Zuweisung für Forschung/Wissenstransfer/künstlerische Entwicklungsvorhaben, Gleichstellung/Diversity und der akademischen Weiterbildung 33 Prozent der Zuschüsse aus.
"Die Hochschulfinanzierung ist die zentrale Grundlage der Hochschulsteuerung. Durch die Realisierung des neuen Finanzierungsmodells bekommen die Hochschulen eine wirkliche Autonomie. Sie sind nicht nur Empfänger staatlicher Zuschüsse, sondern können wirklich eigene Schwerpunkte setzen und erhalten in Abhängigkeit davon die zusätzlichen Finanzmitteln", so Senator Prof. Dr. Zöllner.