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Pressemeldung
GEW Schleswig-Holstein
Pflichtstundenzahl

SH-Grundschulen: Lehrkräfte werden bei Pflichtstunden abgehängt

Mehr zu: Grundschule, Lehrerarbeitszeit, Schleswig-Holstein, Schule
Kiel, 08.03.2010 -

Die Stimmung unter den Grundschullehrerinnen und –lehrern in Schleswig-Holstein ist schlecht. Das wurde auf dem Grundschultag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Montag, 8.3.2010 in Rendsburg deutlich. Die Ursache dafür liegt im neuen Pflichtstundenerlass. Der bringt Pflichtstundenreduzierungen für Lehrkräfte an Regional- und Gemeinschaftsschulen, aber nicht für die Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen. Sie müssen auch in Zukunft 28 Pflichtstunden unterrichten.

"Gerade an den Grundschulen sind die Belastungen und Anforderungen in den vergangenen Jahren gewaltig gestiegen. Die verlässliche Grundschule und verändertes Schülerverhalten machen den Arbeitsalltag immer schwerer. Trotzdem werden die Grundschullehrerinnen und -lehrer jetzt bei der Pflichtstundenreduzierung abgehängt", kritisierte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn in seiner Eröffnungsrede vor gut einhundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

"Was können Grundschullehrerinnen und –lehrer von einem Bildungsminister erwarten, der Hinweise auf die mit 28 viel zu hohe Pflichtstundenzahl mit der lapidaren Bemerkung abtut, das sei traditionell immer schon so gewesen?", fragte Matthias Heidn in seiner Rede. Der Bildungsminister habe offenbar keine Ahnung davon, wie schwer es sei, kleinen Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Die Lehrkräfte müssten zum Beispiel viel Energie dafür verwenden, nahezu jedes geschriebene Wort zu korrigieren und viele Texte erst lesbar aufzuschreiben, damit die Kinder mit einem Text ohne Fehler weiterarbeiten könnten. Oft erschwere auch noch ein schwieriges soziales Umfeld die alltägliche Arbeit.

"Es wird höchste Zeit, dass der Bildungsminister sich wie viele andere Menschen auch von dem dünkelhaften Denken löst, die Semesterzahl eines absolvierten Studiums sei ein Kriterium dafür, welche Anforderungen ein Beruf stellt", forderte Matthias Heidn.

Info:
Zitat aus einem Schreiben von Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug an die GEW vom 15.2.2010: "Für Lehrkräfte an Grundschulen gilt traditionell eine höhere Pflichtstundenzahl als für Lehrkräfte an anderen Schularten. Dies ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass in der Primarstufe der für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts erhebliche Zeitaufwand geringer zu veranschlagen ist als bei einer Lehrtätigkeit im Bereich der Sekundarstufen. Insbesondere dürfte die zeitliche Inanspruchnahme für Korrekturarbeiten im Primarbereich deutlich günstiger ausfallen."

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1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von ulschmitz, am 21.03.2010, 11:55

mal abgesehen von so lustigen zeitvertreiben wie abitur-schriftlich und abitur-mündlich.

der unterschied im gesamtaufwand zwischen deutsch - 1. klasse GS und deutsch - 12, jg. gymnasium dürfte wohl jedem einleuchten. - es gibt dann noch die RS-kollegInnen, die, ans GYM "entflohen", sich doch arg wundern, wieviel gesprächsbedarf und pädagogischer aufwand gerade ab der 10. klasse GYM getrieben werden muss.

nichtsdestotrotz: für JEDE schulart maximale zahl der Unterrichtsstunden: 20 / Woche plus 1 korrektur-/verwaltungs-/ und gesprächstag mit 6 zeitstunden anwesenheitspflicht.

MFG u. schmitz


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