Modellprojekt "Network against school" / Warnsignale von potentiellen Amoktätern früh erkennen
40 Schulen im Land nehmen am Modellprojekt teil
Mehr zu: Baden-Württemberg, Fachhochschule, Gewalt in der Schule, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Jugendschutz, Killerspiele, Schule40 Schulen in Baden-Württemberg werden am Projekt "Network against school shootings" (NETWASS) teilnehmen, das unter Leitung des versierten Entwicklungspsychologen Prof. Dr. Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin durchgeführt wird.
Das Projekt NETWASS wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und in Kooperation mit der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg durchgeführt. Das Projekt wurde vom Sonderausschuss des Landtags "Konsequenzen aus Winnenden und Wendlingen" und vom Expertenkreis Amok empfohlen.
"Die Berichte des Sonderausschusses und des Expertenkreises machen deutlich, dass es keine absolute Sicherheit vor solch einer schrecklichen Tat wie vor einem Jahr in Winnenden geben kann. Wir müssen mit allen Kräften dafür sorgen, dass unsere Schulen so sicher wie möglich sind", sagte Kultusministerin Marion Schick. Ein wichtiger Ansatzpunkt dabei sei die Früherkennung. "Es ist sehr wichtig ein Früherkennungssystem zu etablieren, damit Lehrkräfte und Schulleitungen präventiv vor Ort handeln können", sagte Schick weiter. Auswertungen von schweren Gewalttaten an Schulen haben gezeigt, dass die Täter im Vorfeld der Tat Signale senden. Aufgrund dieser wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse werden an den Modellschulen Lehrkräfte für Warnsignale von potentiellen Gewalttätern sensibilisiert. In den Schulen werden sogenannte Bedrohungsanalyseteams aufgebaut, die Risikofaktoren erfassen und bewerten. Die Bedrohungsanalyseteams bestehen aus den Schulleitungen und den speziell geschulten Lehrkräften. Interventionsnetzwerke sollen dann frühzeitige, einzelfallbezogene Hilfe für potentiell gefährdete Schüler ermöglichen. "Ziel des Projekts ist es, die objektive und subjektive Sicherheitslage an Schulen zu verbessern. Lehrkräfte sollen sensibilisiert werden im Umgang mit Schülerinnen und Schülern in schwierigen Lebenslagen. Es sollen Netzwerke für die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen und der Schulen aufgebaut und verstärkt werden", sagte Prof. Dr. Herbert Scheithauer.
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