VBE: Nicht alle Lehrer unter Generalverdacht stellen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Gewalt in der Schule, Sexueller Missbrauch, SchuleIn Baden-Württemberg arbeiten über weit 100.000 Lehrer an öffentlichen und privaten Schulen. Sie durch die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfälle alle unter "Generalverdacht" zu stellen und damit zu kriminalisieren, wäre fatal und für die tägliche Arbeit mit Kindern an Schulen kontraproduktiv. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt daher ausdrücklich, dass sich Kultusministerin Marion Schick dagegen verwahrt, Lehrer als "Missbrauchsermittler" einzusetzen, wie es der Deutsche Lehrerverband gefordert hat.
Lehrer genießen in der Regel – wie Eltern – das uneingeschränkte Vertrauen der Kinder. Dieses Ur-Vertrauen durch Übergriffe sexueller Art, durch körperliche Züchtigungen oder seelische Grausamkeiten gegenüber Schülern zu erschüttern, ist schrecklich und durch nichts zu entschuldigen.
Trotzdem sollten jetzt nicht aufgrund der täglichen "Horrormeldungen" von - oft auch schon sehr weit zurückliegenden - Missbrauchsfällen an verschiedenen öffentlichen und privaten Schulen bis hin zu namhaften kirchlichen Elite-Einrichtungen alle Lehrer unter Generalverdacht gestellt werden, warnt der VBE-Sprecher. Die tägliche Arbeit an den Schulen müsse weiterhin auf vertrauensvoller Basis geschehen dürfen. Bei Verstößen sollte jedoch sofort gehandelt werden. Vorfälle dürften nicht unter den Teppich gekehrt oder verharmlost werden, damit das Vertrauen in die staatlichen und privaten Einrichtungen bestehen bleiben kann. Aufarbeitung und vollständige Aufklärung seien nötig, die Empörung über die Missstände dürfe aber nicht zu einer "Pädagogenhatz" ausarten. Lehrer wollen sich ob ihres Berufsstandes, der ein gesellschaftlich wertvoller ist, nicht schämen müssen.
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