Kultusministerkonferenz ruft zu Gedenken an die Opfer von Winnenden auf
KMK-Präsident Spaenle: Schulen sollen jede Unterstützung bei Gewaltprävention erhalten
Mehr zu: Baden-Württemberg, Gewalt in der Schule, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Spaenle, SchuleDie Meldung von den unvorstellbaren Morden an der Albertville-Realschule in Winnenden am 11. März 2009 erschütterte die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland.
"Wir denken insbesondere an die Opfer, ihre Angehörigen, Freunde und Kollegen. Ihnen gilt unser tiefempfundenes Mitgefühl. Wir denken auch an alle diejenigen, die heute wieder an der Albertville-Realschule unterrichten und lernen und für die der Schulalltag sicher noch nicht wieder eingekehrt ist. Ihnen wünschen wir viel Kraft bei der gemeinsamen Bewältigung des in ihrer Schule Geschehenen", erklärte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Ludwig Spaenle, auch im Namen seiner Kolleginnen und Kollegen.
Amokläufe seien singuläre Ereignisse, die nicht symptomatisch für den Zustand in deutschen Schulen stehen. "Dennoch müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um solche Gewalttaten zu unterbinden", so KMK-Präsident Spaenle. Dies kann nicht allein durch die einzelne Schule geleistet werden, sondern bedarf der Unterstützung aller gesellschaftlichen Kreise und Gruppierungen.
Schulen sollen und müssen aber weiterhin offene Orte der Kommunikation und Begegnung sein. "Eine gute Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule. In den Familien werden Grundlagen für ein gutes Sozialverhalten gelegt, können gewaltfreie Konfliktlösungen erlernt und Selbstwertgefühl entwickelt werden. Gewaltbereitschaft ist jedoch kein Problem von Familien und Schulen allein, sondern ein gesellschaftliches Problem", unterstreicht Spaenle. Deshalb sei eine intensive Zusammenarbeit von Schulen mit Einrichtungen der Jugendhilfe oder der Polizei ebenso erforderlich wie die Beteiligung an lokalen Netzwerken gegen Gewalt.
In diesen und anderen Handlungsfeldern sind in den vergangenen Jahren und in unmittelbarer Reaktion auf die Gewalttaten in Erfurt und Winnenden von den Ländern zahlreiche Maßnahmen zur Gewaltprävention und Gewaltvermeidung auf den Weg gebracht worden. Diese setzen insbesondere darauf, dass Kinder und Jugendliche soziales und werteorientiertes Verhalten erlernen und Konflikte gewaltlos austragen. Dazu wurden unterschiedliche Programme für verschiedene Altersstufen entwickelt und deren Wirksamkeit empirisch überprüft. Einige dieser Programme setzen auf die Zusammenarbeit nicht nur mit den Eltern, sondern auch mit der Polizei und der Jugendhilfe. Einige Länder haben spezielle Notfallpläne entwickelt, in denen der Umgang mit besonderen (Gefahren-)Situationen dargestellt wird. Derartige Pläne werden in den Schulen mit den Kollegien besprochen, um mögliche Handlungsformen im Vorhinein durchzuspielen und dadurch Sicherheit zu gewinnen.
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