VBE lobt die Regierungserklärung zur Bildungspolitik
Mappus als Katalysator zur Senkung des Klassenteilers
Mehr zu: Baden-Württemberg, Klassenfrequenz, Werkrealschule, Schule"Wenn das wirklich alles so umgesetzt wird, was Ministerpräsident Stefan Mappus jetzt zur künftigen Bildungspolitik gesagt hat, scheint doch ein gewaltiger Ruck durch die Landesregierung gegangen zu sein", lobt Rudolf Karg, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, die Regierungserklärung des neuen CDU-Steuermannes.
"Dass Mappus jetzt den Klassenteiler für Grundschüler doch schneller als vorgesehen auf 28 senken will, zeigt, dass der neue Regierungschef die Brisanz übervoller Klassen erkannt hat und entschlossen handeln möchte", sieht der VBE-Vorsitzende eine frische Brise durch die Landesregierung wehen, "die beim Thema Bildung jetzt anscheinend doch noch mehr in die Offensive gehen und nicht nur die seitherige Bildungspolitik besser verkaufen will." Der zu hohe Klassenteiler brenne Schüler, Eltern und Lehrern auf den Nägeln, so Karg. Dass man nun den Schwerpunkt auf den Primarbereich lege und dort auch Pädagogische Assistenten einsetzen wolle, sei richtig und zeige, dass der Ministerpräsident verstanden habe, dass es in erster Linie auf das Fundament eines Hauses ankomme, bevor man sich über verschiedene Dachformen unterhalten könne.
Dazu passt es ebenso, dass Mappus - entgegen aller bisherigen Äußerungen aus Regierungskreisen - nun auch angehende Grundschullehrerinnen acht Semester studieren lassen will, wie es künftig die Haupt- und (Werk-)Realschullehrkräfte tun werden. Da die Grundschule für alle Schüler die Basis erfolgreichen Lernens ist und moderner Grundschulunterricht mit einer Fremdsprache und der Erstellung individueller Lern- und Förderpläne nur funktioniert, wenn die Lehrkräfte hervorragend ausgebildet sind und solide Diagnose-Kenntnisse besitzen, darf man beim Studium keine Abstriche machen.
Leider wird die Arbeit der unterschiedlichen Lehrergruppen noch immer nach dem Alter der Schüler sowie deren sozialen Herkunft bewertet und entsprechend besoldet. Der Umgang mit jüngeren und bildungsschwächeren Schülern wird gesellschaftlich geringer geschätzt und finanziell weniger honoriert als das Unterrichten älterer Schüler und solcher aus "besseren" Kreisen. Eine gleich lange Studiendauer könnte das bisher recht fest zementierte unterschiedliche Besoldungsgefüge etwas ins Wanken bringen.
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