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Pressemeldung von: Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Schulen brauchen professionelle Unterstützung

Sexuelle Missbrauchs- und Gewaltfälle ängstigen zum Teil Kinder und Jugendliche / BLLV-Präsident Wenzel: "In den Mittelpunkt muss jetzt die Präventionsarbeit rücken

München, 11.03.2010

"Viele Kinder und Jugendliche reagieren auf die täglichen Enthüllungen über Missbrauchs- und Gewaltfälle an Schulen verunsichert und ängstlich", teilte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel heute in München mit. Schülerinnen und Schüler könnten die Vorfälle oftmals nicht einordnen, viele seien von den Meldungen irritiert, manche erschrocken. "Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass es hilfreich sein kann, wenn Kinder und Jugendliche wissen, dass sie auch in der Schule über ihre Gefühle und Ängste sprechen können - wenn sie es wollen."

"Wenn Schüler die Vorfälle thematisieren möchten, versuchen Lehrerinnen und Lehrer, so kompetent wie möglich damit umzugehen", erklärte Wenzel. Es sei wichtig, die Signale der jungen Menschen zu verstehen und sie aufzugreifen, allerdings könnten Lehrkräfte die Problematik nicht alleine schultern - sie benötigen professionelle Hilfe.

Im Mittelpunkt der Bemühungen müsse jetzt die Präventionsarbeit liegen: "Schulen brauchen dauerhafte Begleitung und Unterstützung. Professionell ausgebildetes zusätzliches Personal sollte nicht nur im akuten Krisenfall zum Einsatz kommen, sondern an jeder Schule selbstverständlich sein. Selbstwertstützende Maßnahmen müssen grundlegender Bestandteil eines jeden Schulkonzeptes werden. Jede Schule braucht mindestens einen Schulpsychologen als verlässlichen Ansprechpartner. "Hilfreich wäre es auch, den Schulen Experten wie zum Beispiel Mitarbeiter/innen von Beratungsstellen oder aber Ärzte zur Verfügung zu stellen", betonte Wenzel.

Es sollte an allen Schulen selbstverständlich werden, über Themen, die die Gesellschaft betreffen, diskutieren und reden zu können. "Mit Verdrängung ist keinem geholfen. Jugendliche wollen sich aussprechen und sich aktuellen Ereignissen stellen. Schulen brauchen daher Räume, an denen das möglich ist. Im Idealfall sind sie nicht nur Lernorte, sondern auch Lebensräume", so der BLLV- Präsident.


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