Hochschulrektorenkonferenz
Zweite Phase der Exzellenzinitiative startet mit positiver Weiterentwicklung
Mehr zu: Exzellenz-Initiative, Wintermantel, HochschuleZu der heutigen Ausschreibung der zweiten Programmphase der Exzellenzintiative sagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Margret Wintermantel, heute in Wien:
"Es ist eine sehr gute Nachricht für die deutsche Wissenschaft, dass Bund und Länder den direkten Anschluss an die erste Phase die Exzellenzinitiative für weitere fünf Jahre sicherstellen und trotz angespannter Haushaltslage 2,7 Mrd. Euro zur Verfügung stellen. Die Exzellenzinitiative hat sich bewährt. Die institutionell verantwortete Schwerpunktbildung in der Spitzenforschung, der Aufbau von großen Forschungsclustern und von Graduiertenschulen, das alles stärkt die Universitäten im internationalen Wettbewerb und als Zentren des Wissenschaftssystems - sei es über Neu- oder Fortsetzungsanträge. Davon profitiert die deutsche Wissenschaft insgesamt.
Dass es zumal in der dritten Förderlinie eine deutliche Aufwertung der Lehre gibt, war eine zentrale Forderung der HRK. Spitzenhochschulen müssen in Forschung wie in Lehre überzeugen.
Auch den Forderungen der HRK nach Flexibilisierung der Instrumente ist entsprochen worden: Die finanziellen Vorgaben für 'Cluster' und 'Schools' werden nun weiter gefasst, um unterschiedlichen Fachkulturen zu entsprechen; 'Cluster' und 'Schools' können von mehreren Universitäten gemeinsam verantwortet werden und der kombinierte Erfolg von Cluster und School an einem Ort qualifiziert für die Förderung eines institutionellen Zukunftskonzepts; das Ortsprinzip wird gelockert und der Regionalansatz gestärkt. Damit wird den Universitäten die Teilnahme erleichtert, ohne den Exzellenzanspruch zu senken.
Die frühe Ausschreibung und die Konzentration auf eine einzige Förderrunde erleichtern die Arbeit der Antragstellerinnen und -stellern wie auch der Gutachterinnen und Gutachter. Richtig ist auch, dass zwischen Bewilligung im Juni 2012 und Förderbeginn im November 2012 nun ausreichend Zeit insbesondere für die Stellenbesetzung bleibt.
Die Mittel für die zweite Programmphase wurden gegenüber der ersten um 43 Prozent erhöht, was bei Berücksichtigung von Auslauf- und von Überbrückungsfinanzierungen (für Projekte aus 2006, die wie die Projekte aus 2007 das Bewilligungsjahr 2012 erreichen müssen) 30 Prozent zusätzliche Mittel für Neuanträge bedeutet. Dies ist ein beachtlicher Zuwachs, der gleichwohl den Wettbewerb zwischen den Antragstellern erhöht. Es wird nun noch mehr darauf ankommen, ein Projekt in das Entwicklungskonzept der Universität einzufügen, die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern und kompetentes Management zu betreiben.
Die Positionen der HRK und ihrer Mitgliedshochschulen finden im Übrigen Unterstützung durch die Studie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) ´Die Exzellenzinitiative – Zwischenbilanz und Perspektiven´, die im April veröffentlicht wird.
Die Akademie fordert u. a. dazu auf, mehr Zeit für Gutachterberatungen vorzusehen und bei der Bewertung das Verhältnis zwischen Antragsqualität und Vorleistung deutlich machen. Die durch die Exzellenzinitiative gestärkten Hochschulleitungen sollen Mitwirkungsansprüchen gerecht werden und die 'Bugwelle' hoch spezialisierter Wissenschaftler in den Blick nehmen. HRK und BBAW unterstützen gemeinsam die Absicht der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), die Auswirkungen der Exzellenzinitiative bis 2016 umfassend evaluieren zu lassen.
Auch der Vorschlag, für Projekte, die in der Exzellenzinitiative positiv begutachtet, aber doch nicht gefördert wurden, jeweils 100.000 € bereit zu stellen, sollte verfolgt werden. Diesen hat die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) beim Bundeswissenschaftsministerium entwickelt, damit solche viel versprechenden Projekte nicht versanden, sondern weiter entwickelt und gegebenenfalls anderweitig gefördert werden."
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