30 Schülerinnen und Schüler mit Einwanderungsgeschichte nehmen vom 12. bis 15. März 2010 am Schülercampus "Mehr Migranten werden Lehrer" des Pädagogischen Instituts der Stadt Nürnberg teil. Das viertägige Orientierungsangebot ermutigt die 20 Mädchen und 10 Jungen, den Lehrerberuf zu ergreifen. Ihre Familien stammen aus 15 unterschiedlichen Ländern. Während der viertägigen Begegnung in Nürnberg lernen die Schüler die Vielfalt des Lehrerberufs kennen, sprechen mit Praktikern über Berufswege, Aufstiegsmöglichkeiten und die Wahl einzelner Fächer und hospitieren an Schulen. Dabei tauschen sich die Teilnehmer mit erfahrenen Experten aus, insbesondere mit Lehrern, die selber eine Einwanderungsgeschichte haben.
Bei der Auftaktveranstaltung am 12. März 2010 sagte Dr. Ludwig Spaenle, Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultur: "Der Schülercampus ist ein weiterer wertvoller Baustein im bayerischen Gesamtkonzept zur Integration von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte. Sie selbst können als Lehrerinnen und Lehrer eine Vorbildfunktion übernehmen und ein persönliches Beispiel gelungener Integration geben."
Dr. Albert Schmid, Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ergänzte: "Gleichzeitig ist es wichtig, Lehrkräfte mit Migrationshintergrund in der gesamten Breite des schulischen Spektrums einzusetzen. Sie sollen nicht auf die Funktion ´interkultureller Krisenmanager´ oder Übersetzer reduziert werden."
Dr. Tatiana Matthiesen von der ZEIT-Stiftung unterstrich: "Wir haben den Schülercampus in Hamburg entwickelt und 2008 erstmals realisiert. Dass er unterdessen auch in NRW und nun in Bayern stattfindet, zeigt, wie wichtig dieses Orientierungsangebot ist. Fast jeder dritte Schüler in Deutschland – in einigen Großstädten sogar jeder zweite – ist nichtdeutscher Herkunft. Dagegen bilden Lehrkräfte aus Zuwandererfamilien eine Ausnahme. Nur ein Prozent der rund 740.000 Lehrer in Deutschland haben eine Einwanderungsgeschichte. Unter den Lehramtsstudierenden sind sie lediglich mit zwei Prozent vertreten. Das will unser Schülercampus ändern."
Für Bernhard Jehle, Direktor des Pädagogischen Instituts der Stadt Nürnberg, der das Wochenendseminar mit seinem Team durchführt, ist der Campus keine Eintagsfliege. Vielmehr sollte in naher Zukunft jede Schülerin und jeder Schüler aus einer Zuwandererfamilie von mindestens einer Lehrperson mit Migrationshintergrund unterrichtet werden.
Der Schülercampus ist ein Projekt der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, finanziert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, durchgeführt vom Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg.
Das Programm des Schülercampus Bayern "Mehr Migranten werden Lehrer" finden Sie unter www.pi-nuernberg.de oder unter www.zeit-stiftung.de Presse/Downloads, weitere Informationen unter www.pi-nuernberg.de.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Bernhard Jehle, Pädagogisches Institut der Stadt Nürnberg, Tel. 0151/17450868 oder 0911/2318597.