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Europäischer Hochschulraum

Bilanz nach zehn Jahren Bologna-Reform

Mehr zu: Bologna-Prozess, Europa, Mobilität, Schavan, Hochschule
Berlin, 12.03.2010 -

46 europäische Wissenschaftsministerinnen und -minister zogen Bilanz: Was hat der "Bologna-Prozess" gebracht? Wie haben sich die Abschlüsse Bachelor und Master bewährt? Sind Studierende heute mobiler? Das Ergebnis: Einiges ist geschafft, aber es gibt auch noch viel zu tun.

Am Donnerstag und Freitag trafen sich die Ministerinnen und Minister in Budapest und Wien. Sie waren sich einig: An den Zielen der so genannten Bologna-Reform wollen sie nicht rütteln. Aber es gibt noch Handlungsbedarf bei der Umsetzung. Und der Prozess wird noch eine Weile dauern.

Über 90 Prozent aller Universitäten in Europa stellten inzwischen ihr Studiensystem auf das dreigliedrige Modell mit den Abschlüssen Bachelor, Master und Promotion um. Fast ebenso viele verwenden inzwischen ein europaweit genormtes Punktesystem zur Bewertung der Studiengänge. Hochschulen, Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter identifizieren sich zunehmend mit den Zielen des Bologna-Prozesses.

Handlungsbedarf bei der Umsetzung

Die Länder setzen die Reform von Abschlüssen und Lehrplänen, Qualitätssicherung, Anerkennung, Mobilität und die soziale Dimension unterschiedlich gut um. Auf dem Arbeitsmarkt weiß man allerdings oft noch nicht viel anzufangen mit den neuen Abschlüssen.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan will, dass die "bislang wenig beachteten 15 Prozent an Studieninhalten, die für ein "Studium fundamentale" (etwa ethische Bildung bei Medizinern) vorgesehen sind, auch tatsächlich verwirklicht werden." Das sagte sie im Vorfeld der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Außerdem muss aus ihrer Sicht noch mehr für die Transparenz der Studieninhalte getan werden. Weil dies die Voraussetzung für die Mobilität der Studierenden sei, so Schavan.

Die Ministerinnen und Minister waren sich auch einig, die Lehrenden der Hochschulen und die Studierenden künftig stärker in die Reformprozesse einzubeziehen.

Hinter dem Begriff Bologna-Reform steht die Vision eines international wettbewerbsfähigen und attraktiven europäischen Hochschulraums. 29 europäische Staaten beschlossen 1999 im italienischen Bologna, ein einheitliches Hochschulwesen zu schaffen und unterzeichneten die Bologna-Erklärung. Eines der bekanntesten Resultate des Bologna-Prozesses ist die Definition eines Systems von drei aufeinander aufbauenden Zyklen in der Hochschulbildung.

Start in die zweite Dekade

Die vereinbarten Ziele sollen nunmehr in der nächsten Dekade vollendet werden. Damit sollen Studierende und Lehrkräfte die angestrebte Mobilität erhalten. Lehre und Lernen in den Hochschulen soll besser werden. Es gilt darüber hinaus, die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen zu erhöhen und hochwertige Hochschulbildung für alle zu bieten.

Die Ministerinnen und Minister verpflichteten sich, die akademische Freiheit, die Autonomie und Rechenschaftspflicht der Hochschulen als Grundsätze des europäischen Hochschulraums zu wahren. Weiterhin betonten sie die Rolle, die die Hochschulen bei der Förderung friedlicher demokratischer Gesellschaften und der Stärkung des sozialen Zusammenhalts spielen. Schließlich sagten sie zu, den Hochschulenauch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen.

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