Ausdrücklich begrüßt der nordrhein-westfälische Philologen-Verband, dass die CDU die Folgen der Umwandlung aller weiterführenden Schulen in "Eine Schule für Alle" klar benennt. Seit Monaten kündigen SPD, GRÜNE und DIE LINKE an, dass sie nach einem Landtagswahlsieg die Bildungspolitik völlig umgestalten werden. Hierzu gehöre insbesondere die Einführung einer neuen Schulform, die alle Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien ersetzen soll.
Dabei verschweigen sie aber, dass dieser Weg zu massiven Schulschließungen führt. Nur vier- bis fünfzügige Schulen können überhaupt unterschiedliche Bildungsgänge anbieten und damit dem Anspruch individueller Förderung nachkommen. Unter den mehr als zweitausend weiterführenden Schulen sind damit alle kleineren Schulen von der Schulschließung bedroht.
"Jetzt muss Schluss sein mit einer Vorgaukelungspolitik. Den Eltern wird von Rot-Grün eine Wohlfühlschule versprochen, ohne gleichzeitig zu sagen, dass die Gemeinschaftsschule eine bestimmte Mindestgröße voraussetzt. Es ist nicht zu erwarten, dass die Eltern widerstandslos ihre Schulen aufgeben, zumal Schulen vermehrt Erziehungsaufgaben wahrnehmen. Diese Erziehungsaufgaben können in kleineren Systemen oft besser und zielgerichteter ausgefüllt werden", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Die Einführung der Einheitsschule und die gleichzeitige Schließung der meisten weiterführenden Schulen wird die Schulpolitik in Nordrhein-Westfalen für mehr als ein Jahrzehnt lahm legen. Alle inhaltlichen Veränderungen in den Schulen dürften hinten angestellt werden. "Wozu diese Strukturreform führt, zeigen die Hamburger Verhältnisse. Hier organisieren sich die Bürger gegen eine Allparteienfront, um eine von oben diktierte Schulstruktur zu verhindern. Wollen wir dieses Schulchaos in Nordrhein-Westfalen provozieren?", fragt Peter Silbernagel.