Etwa jeder dritte Schüler in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Noch treffen diese Kinder und Jugendlichen höchst selten auf einen Lehrer, dessen Biografie Ähnlichkeit mit ihrer eigenen hat, denn nur ein bis zwei Prozent der Lehrer in Deutschland kommen aus Zuwandererfamilien. Etliche Initiativen verfolgen jetzt das Ziel "Mehr Lehrer mit Migrationshintergrund in die Schulen". Dazu gehört das "Netzwerk Lehrkräfte mit Zuwanderergeschichte".
Das Netzwerk zählt rund 300 Mitglieder aus 19 Ländern. Sie alle werben für den Lehrerberuf in Oberstufenklassen oder an Berufsberatungstagen, beraten Lehramtsstudierende oder Referendare, Eltern und Migrantenselbstorganisationen. Sie organisieren Fachtagungen, arbeiten mit Schulbuchverlagen zusammen, organisieren Fußballturniere für Oberstufenschüler und Theaterprojekte mit Referendaren, Lehrern und Schülern. Außerdem kooperiert das Netzwerk mit anderen Initiativen, etwa mit der Hertie-Stiftung, die ein spezielles Stipendienprogramm für Lehramtsstudierende mit Migrationshintergrund aufgelegt hat oder mit der ZEIT-Stiftung , die bei Oberstufenschülern mit dem Schülercampus "Mehr Migranten werden Lehrer" wirbt. Auch an den Hochschulen ist das Netzwerk aktiv. Kürzlich erst wurde an der Uni Dortmund ein Juniornetzwerk gegründet. Gerade wurde das Projekt als einer der 365 Orte beim bundesweiten Wettbewerb "Deutschland – Land der Ideen" ausgezeichnet.
Jetzt hat das Netzwerk die Broschüre "Stolperchancen" veröffentlicht. Lehrerinnen und Lehrer aus 13 verschiedenen Nationen geben darin praktische Tipps und berichten über eigene Erfahrungen. Sie wollen mit ihren "Stolperchancen" Stolpersteine aus dem Weg räumen. Die Broschüre wird in dieser Woche auf der didacta in Köln vorgestellt.
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