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Kongress Realschule plus

VDR-Fachkongress zur Realschule plus

Erste Bilanz mit Blick in die Zukunft

Mehr zu: Fachoberschule, Hauptschule, Heterogenität, Lehrerbildung, Oberschule, Realschule, Rheinland-Pfalz, Schule
Frankenthal, 17.03.2010 -

Der zweite Fachkongress des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) in Ingelheim konnte schon erste Erfahrungen aus den bereits bestehenden 122 Realschulen plus verwerten. Davon werden die im Sommer startenden ca. 45 neuen Realschulen plus profitieren können. Der VDR versuchte, ganz besonders solchen Schulen Hilfestellungen zu geben, die die schwierige Aufgabe der Fusion zweier unterschiedlicher Schulen meistern müssen.

Die Analyse der inzwischen vorliegenden Anmeldezahlen zeigt, dass der von manchen befürchtete große Run auf die Gymnasien ausgeblieben ist. Einzelne, vorwiegend integrative Formen der Realschule plus konnten die erhoffte Dreizügigkeit dennoch nicht erreichen. Bei den kooperativen Formen wurden die Erwartungen oft deutlich übertroffen. Insbesondere gilt dies dort, wo sich die Einrichtung einer Fachoberschule als Realschuloberstufe abzeichnet.

Trotz der erheblichen zusätzlichen Belastung beim Aufbau der neuen Strukturen herrscht eine in der Tendenz positive Aufbruchstimmung. Allerdings vermissen die Lehrkräfte noch einige "Plus"-Punkte:

  • Die z.Zt. nur für die Orientierungsstufe gültige Höchstzahl von 25 Schülern je Klasse muss für die Klassen 7-10 fortgeschrieben werden.
  • Die beachtliche Heterogenität der Schülerschaft erfordert vielfältige Maßnahmen der Individualisierung des Unterrichts. In der Orientierungsstufe ist die Doppelbesetzung mit Lehrkräften in Deutsch, Mathematik und Englisch erforderlich.
  • Aufgrund unterschiedlicher Ausgangssituationen (hervorgegangen aus Hauptschulen, Realschulen, Regionalen Schulen, Dualen Oberschulen und aus Fusionen) haben die Realschulen plus unterschiedliche Profile und Schwerpunkte. Zur Sicherung der Vergleichbarkeit der Abschlüsse und der Einhaltung der Standards ist eine zentrale Abschlussprüfung unverzichtbar.
  • Schulen mit mehreren Standorten haben zusätzliche Probleme. Deshalb sollte sich eine Schule i.d.R. auf einen Standort beschränken.
  • Die Fachoberschule (FOS) als Oberstufe der Realschule plus erhöht die Attraktivität und macht die Realschule plus zu einer praxis- und berufsorientierten Alternative zum Gymnasium. Sie muss deshalb an allen Realschulen plus eingerichtet werden, an denen es dauerhaft ausreichend viele qualifizierte Interessenten gibt.

VDR Landesverband Rheinland-Pfalz

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