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Digitalisierung

Börsenverein: Multimedialer Aufbruch in der Buchbranche

Honnefelder: "Kerngeschäft von Verlagen und Buchhandel wird ausgeweitet" / IfH-Konjunkturumfrage: 31,7 Prozent der Sortimenter erwarten gute bis sehr gute Umsätze / Potenzial bei elektronischen Medien

Mehr zu: Außerschulische Lernorte, Buchmessen, E-Learning, Leseförderung, Medienkompetenz, Sonderthemen
Frankfurt am Main / Leipzig, 17.03.2010 -

Innovation trifft auf Kernkompetenz: Das Bücherjahr 2010 wird vom multimedialen Aufbruch geprägt. "Die Digitalisierung der Gesellschaft gewinnt immer größere Dynamik und eröffnet dabei für Verlage und Buchhandel viele neue Märkte", sagte Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, anlässlich der Pressekonferenz zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse. Verlage und Buchhandel stellten für Inhalte die Verbindung her von bleibender Dauer, inhaltlicher Orientierung und Transparenz. Sie sichteten diese, ordneten immer schnellere Innovationen ein, bewerteten sie und machten sie der Öffentlichkeit zugänglich. Damit überbrückten Verlage und Buchhandel die Kluft zwischen der Fülle des Angebots und einer endlichen Rezeptionsfähigkeit des Lesers. "Das sind unsere zentralen Kompetenzen, die für Bücher jeglicher Form nachgefragt werden", so Honnefelder. "Wenn wir uns auf diese Stärke besinnen, weiten wir auch in Zukunft unser bisheriges Kerngeschäft aus."

Nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2009 sei das Bücherjahr 2010 für Verlage und Buchhandel bislang verhalten gestartet. So ist der Umsatz in Sortimentsbuchhandel, E-Commerce und Warenhaus nach den ersten beiden Monaten im Vergleich zum vergangenen Jahr um 3,6 Prozent gefallen. Ausschlaggebend dafür sei der kalte Winter, der die Kauflust gesenkt habe, aber auch das Fehlen umsatzstarker Bestseller. "Die Ausgangsbasis mit einem Plus von 2,8 Prozent im vergangenen Jahr ist sehr hoch", so Honnefelder. "Wenn wir 2010 etwa auf dem Umsatzniveau bleiben, sind wir zufrieden."

Kinder- und Jugendbuch und Belletristik erfolgreich

Positiv gestimmt ist der Sortimentsbuchhandel in Deutschland für dieses Jahr. 31,7 Prozent der Befragten gehen von einer sehr guten bis guten Umsatzentwicklung aus. An eher schlechte Umsätze glauben nur 15,4 Prozent. Das ergibt die aktuelle Untersuchung des Instituts für Handelsforschung in Köln (IfH). Besonders gut verkauft haben sich im zweiten Halbjahr 2009 Kinder- und Jugendbücher sowie belletristische Werke: 41,9 Prozent der befragten Sortimenter sprechen von einem besseren Geschäft im Kinder- und Jugendbuchbereich, 30,8 Prozent geben dies für die Belletristik an. Potenzial bietet der Bereich elektronische Medien, der bei 65,2 Prozent der Buchhändler in ihrem Angebot bislang fehlt. Positiven Einfluss auf ihre Geschäftsentwicklung wollen die Sortimenter künftig insbesondere mit der Ausdehnung und Verfeinerung ihres Internetauftritts nehmen, mit mehr Veranstaltungen und mit verstärkter Werbung.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vertritt als Spitzenorganisation des herstellenden und verbreitenden Buchhandels in Deutschland die Interessen von rund 5.700 Verlagen, Buchhandlungen, Zwischenbuchhandlungen und Antiquariaten. Seit seiner Gründung im Jahre 1825 hat er auf vielfältige Weise zu Erhalt, Ausbau und Verbreitung der Literatur beigetragen. Er vergibt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und den Deutschen Buchpreis und ist als Träger und Vermittler von Bildung in der Leseförderung aktiv.

Ansprechpartner

2 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Dirk Küpper, am 17.03.2010, 12:03

Hoffen wir mal das die Schulbuchverlage den Knall "iPad" gehört gehört haben. Denn dann schleppen sich die Kinder nicht mehr mit schweren Schulbüchern den Rücken kaputt und haben die Schulbücher immer auf dem iPad dabei.

von martin , am 26.03.2010, 17:05

Ein iPad mag so viel kosten, wie sämtliche Bücher für ein Dutzend Schuljahre, aber auch gutverdienenden Eltern wird es wohl zu viel werden, wenn das Gerät alle 2-3 Jahre ersetzt werden muß, weil die Kinder von neueren Software-Häppchen abhängig geworden sind oder das Ding beim schmeißen des Schulranzens in die Ecke den Geist aufgegeben hat.


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