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Bildungsgutachten

BLLV begrüßt Vorstoß des Aktionsrats Bildung

Präsident Klaus Wenzel fordert Stärkung der Schulautonomie / "Von eigenständigen Schulen sind wir in Bayern noch meilenweit entfernt"

Mehr zu: Bayern, Eigenverantwortliche Schule, Schulentwicklung, Schulmanagement, Schule
München, 17.03.2010 -

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) unterstützt die Forderung des Aktionsrats Bildung nach einer Stärkung der Schulautonomie. "Von selbständigen Schulen sind wir in Bayern noch meilenweit entfernt", erklärte BLLV- Präsident Klaus Wenzel. "Eigenständige Schulen gibt es nur in wenigen Schulversuchen - die große Mehrheit muss zentral gesteuerte Vorgaben aus München einhalten und ohne Berücksichtigung konkreter Bedingungen vor Ort umsetzen."

Dabei sei unbestritten, dass freie Schulen erfolgreicher arbeiten würden und auch die Leistungen der Schülerinnen und Schüler besser seien. "Moderne Schulen müssen frei agieren und über Lehrpläne, Unterrichtsmethoden und Budgets selbständig entscheiden dürfen. Sie brauchen deutlich mehr pädagogische Eigenständigkeit, um unverwechselbare Schulprofile erarbeiten zu können. Vor allem Schulleitungen müssen entlastet werden. Modernes Schulmanagement setzt schließlich großen Einsatz und Engagement voraus."

Die Forderungen des Aktionsrats Bildung stimmen mit den Vorstellungen des BLLV in vielen Punkten überein: "Es freut uns, dass das Expertengremium mit der heute veröffentlichten Studie offensiv dieses wichtige Thema angeht." Wenzel forderte das Kultusministerium auf, die Kritik und die Vorschläge des Aktionsrats Bildung ernst zu nehmen: "Die Impulse müssen rasch umgesetzt werden." "Mich überzeugt auch der Befund, dass Schulen in erweiterter Verantwortung motivierter arbeiten. Sie erfahren Selbstwirksamkeit, ihre Entscheidungen führen zu Konsequenzen", so Wenzel.

Bayerns Schulleitungen sind seit langem höchst verärgert und frustriert, weil sie extremen Belastungen ausgesetzt sind. Die hohe Unterrichtszeitverpflichtung, die überbordende Bürokratie, die Umsetzung zahlreicher und inzwischen kaum noch zu überschauender Reformen sowie ständig steigende Erwartungen an die Schulen lassen sich kaum noch vereinbaren. "Es verwundert daher nicht, dass immer weniger Lehrerinnen und Lehrer diese kräftezehrende Aufgabe übernehmen wollen", sagte Wenzel. Die Politik müsse endlich anerkennen, dass Schulleitung nichts anders als modernes Management sei. Für die Umsetzung der vielfältigen Aufgaben brauche es Zeit, Geld, unterstützendes Personal, mehr Gestaltungsfreiheit und eine solide Ausbildung. "Mit einer Schulung in Managementaufgaben, wie es das Kultusministerium ankündigt, ist es nicht getan."

Am Wochenende wird sich der BLLV- Landesausschuss bei einer Sitzung im oberpfälzischen Amberg intensiv mit dem Thema befassen. Geplant ist die Verabschiedung einer Resolution.

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