Cornelsen Förderpreis Zukunft Schule stärkt Kooperatives Lernen mit 18.000 Euro
Mehr zu: Auszeichnungen, Hauptschule, Methodenkompetenz, Stiftungen, SchuleDie Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen fördert beispielhafte Unterrichtsprojekte. Zum dritten Mal vergibt sie den hochdotierten Cornelsen Förderpreis Zukunft Schule unter der Schirmherrschaft von Günther Jauch. Ziel ist, Schulpraxis und Wissenschaft besser zu vernetzen und dem Unterricht so neue Impulse zu geben. Alle zwei Jahre setzt der Förderpreis mit seiner Themenstellung einen neuen Akzent in der Bildungspraxis. Diesmal waren neue Formen des Kooperativen Lernens gesucht. Fünf auf der didacta 2010 prämierte Unterrichtsprojekte zeigen, dass eine kooperative Lernkultur von der Grundschule bis zur Abiturklasse, von der Berufsschule bis zu einer Brennpunkt-Hauptschule erreicht werden kann. Eine Jury aus renommierten Bildungswissenschaftlern prüfte den didaktischen Ansatz und die wissenschaftliche Begleitung in der Umsetzung.
Der Cornelsen Förderpreis Zukunft Schule wurde fünf Mal vergeben: Den 1. Preis erhielt die Englischlehrerin Ingrid Stritzelberger vom Otto-Hahn-Gymnasium in Ostfildern (Baden-Württemberg). Sie gestaltete in einer Kursstufe 12 das Projekt "Dreams and Reality". Dort werden englische Kurzgeschichten mit Träumen, Theaterstücken, historischen Betrachtungen und internationalen Erfahrungswelten verknüpft. Die Schülerinnen und Schüler kooperierten untereinander, mit schulischen und außerschulischen Instanzen, mit Akteuren der kulturellen Praxis und mit Wissenschaftlern. Mit dem 2. Preis wurde Angelika Beck von der Heinrich-Böll-Schule im hessischen Hattersheim ausgezeichnet. Sie entwickelte ein Lernlabor an zwei Gesamtschulen. Die Schulklassen gestalten eigenverantwortlich ihren Deutschunterricht. Sie entscheiden selbst, wie sie sich gegenseitig den im Lehrplan vorgesehen Stoff vermitteln und wann sie sich von ihrer Lehrerin oder von Universitätsexperten coachen lassen. Den 3. Preis erhielt Bernd Pfeiffer von der Volksschule Weil bei München. Er führte ein Lernhelfer-System an der Grundschule ein, bei dem Dritt- und Viertklässler abwechselnd Experte für ein Thema sein können und ihre Lerngruppe unterrichten. Zusätzlich vergab der Cornelsen Förderpreis Zukunft Schule zwei Sonderpreise. Ausgezeichnet wurden acht Referendarinnen und Referendare am Beruflichen Schulzentrum Mühldorf am Inn (Bayern) und drei Lehramtsstudentinnen von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Der Cornelsen Förderpreis Zukunft Schule wird wissenschaftlich evaluiert und 2011 neu ausgeschrieben.
Die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen wurde 1978 von Franz Cornelsen gegründet, um das Bildungssystem in Deutschland zu verbessern. Sie unterstützt Forschungsvorhaben und wissenschaftlich begleitete Projekte aus Schulen, Hochschulen und der Lehrerausbildung mit jährlich rund 150.000 Euro. Für die nächsten Jahre sind die Stiftungsmittel der im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft angesiedelten Stiftung durch verschiedene Förderprogramme verplant.
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Irina Pächnatz
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