Minister Tesch stellt klar: Anzahl der Referendare wird bereits ab diesem Jahr erhöht
Mehr zu: Lehrerbildung, Mecklenburg-Vorpommern, Schule"Wie versprochen werden in diesem Jahr erstmals zur Vermeidung von Wartezeiten zwei Termine für die Einstellung von Referendaren angeboten – der 1. April und der 1. Juli. Außerdem konnten wir entgegen der ursprünglichen Planung die Zahl der Referendarstellen von 340 auf 394 aufstocken. In den kommenden Jahren wird diese Zahl im Rahmen des Programms "Zukunft des Lehrerberufs in Mecklenburg-Vorpommern" weiter erhöht, um den sich abzeichnenden zunehmenden Bedarf an Lehrernachwuchs - derzeit insbesondere für die Grund-, Regional- und Gesamtschulen – auch künftig decken zu können", stellte Bildungsminister Henry Tesch klar.
So wird das Einstellungskontingent ab 2010/11 auf 415 Referendarstellen erhöht und im Schuljahr 2011/12 werden dann 493 Stellen zur Verfügung stehen.
Bildungsminister Henry Tesch: "Allerdings müssen wir künftig die Zahl der Studienplätze für die Lehrerausbildung an den Universitäten stärker an dem Bedarf der einzelnen Schularten und der Unterrichtsfächer ausrichten. Derzeit zeigt sich für unser Land ein erheblicher Lehrereinstellungsbedarf an den Grundschulen sowie Regional- und Ganztagsschulen, während der Bedarf an Gymnasien derzeit nicht in dem Maße gegeben ist."
In allen Regionen des Landes soll auch zukünftig ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot vorgehalten werden. "Das verlangt auch ein gewisses Maß an Flexibilität der angehenden Lehrerinnen und Lehrer", so Tesch.
Ansprechpartner
Ja, Herr Tesch, Flexibilität ist wichtig. Deshalb verzichten wir gerne auf Beamtenstatus, Gehalt, kurzfristige Vollbeschäftigung und nehmen lange Arbeitswege in Kauf. Wenn es sein muss, arbeiten wir potentiellen Gymnasialreferendare selbstverständlich nach dem Zweiten Staatsexamen auch in der Regionalen Schule mit den entsprechenden Arbeitsverträgen - unsere Ausbildung ist schließlich so gut wie identisch, nur dass wir "Gymis" noch einige zusätzliche Qualifikationen erlangen mussten.
Und an den Regionalen Schulen werden doch bald sehr viele Leute gebraucht, oder nicht?
Reicht Ihnen diese angebotene Flexibilität?
Nicht nachvollziehbar. Da explizit nicht vorgesehen ist, am 1. Juli Gymnasialreferendare einzustellen, werden Wartezeiten nun wirklich nicht vermieden. Wenn die Praxis so fortgesetzt wird werden stattdessen jahrelange (!) Wartezeiten haben.
Sehr geehrter Herr Tesch,
wenn Ihre Flexibilität darin besteht, die Ausbildung in einem anderen Bundesland entgegen des eigenen Wunsches trotz der hiesigen Situation fertigzustellen, dann sind Sie mit der anstehenden Reform auf dem besten Weg, junge Familien - die die Zukunft des Landes bedeuten - "mit Pistolen" aus dem Land zu jagen. Oder meinen Sie ernsthaft, dass Sie uns mit 2.500€ wieder zurück nach MV locken können, wenn wir bereits verbeamtet sind und durchaus mehr verdienen als hier? Aber genau das nehmen wir nämlich alles hin, um in unserer Heimat bleiben zu können!!!
Das ist ein absoluter Witz,
Wenn ein Überangebot an Gymnasiallehrern besteht muss man dieses am Anfang des Studiums bearbeiten und nicht am Ende wenn es um den Abschluss der Ausbildung geht. Es werden in den kommenden Jahren jeweils 200+ Gymnasiallehrer ihr 1.Staatsexamen abschliessen und sich dann mit guten und sehr guten Leistungen, nach 5 Jahren Studium, in Hartz4 und 1-Euro Jobs wiederfinden, wenn sie wie Familien an Kindergartenplätze und dem Verdienst des Partners gebunden sind. Ich bin auf ihre Weitsicht gespannt, wie sie in 3-4 Jahren den Lehrermangel auffangen wollen, der sich aus ihrer Politik ergibt. Die angehenden Referendare, die sich durch falsche Versprechungen hinhalten und durch ihr "Junglehrerprogramm" verleiten liessen in MV auf einen Platz zu warten, fühlen sich jetzt zurecht "verarscht".
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