Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Alfred-Kerr-Preis 2010 für Dorothea von Törne
Preisverleihung während der Leipziger Buchmesse / Reden zur Preisverleihung unter www.boersenblatt.net
Mehr zu: Außerschulische Lernorte, Auszeichnungen, Buchmessen, Kulturelle Bildung, Medienkompetenz, Politische Bildung, SonderthemenDie Journalistin und Literaturkritikerin Dorothea von Törne ist heute mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2010 ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand während der Leipziger Buchmesse statt. In seiner Laudatio hob Tilmann Krause, Literaturkritiker der Tageszeitung "Die Welt", "ihren ganz spezifischen Ton" hervor, ihr Talent, eine sachliche Form zu finden, die "die Betriebsgeheimnisse eines Autors zu benennen" versucht. Dabei schaffe sie es, ihre Leser gleichzeitig zu fordern und ihnen dabei das Gefühl zu geben, sie ernst zu nehmen. Zudem lobte er die Preisträgerin für ihr besonderes Talent, noch nicht bekannte Lyriker aufzuspüren und bekannt zu machen.
In ihrer Dankesrede betonte Dorothea von Törne die besondere Bedeutung der Lyrik als Kunstform. Dies gelte heutzutage mehr denn je: "Lyrik ist die Gattung der Möglichkeiten und die älteste Kunst des Menschen überhaupt. Mit ihren Rhythmen und Klängen, den offenen, mehrdeutigen Worten und Bildern, dem immer wieder neuen und anderen Rückgriff auf jahrhundertealte Formen und dem Spiel von Kontinuität und Regelbruch ist sie die Königsdisziplin", so von Törne. Die Lyrik handele nicht von Welten, wie die Prosa, sie erschaffe Welten, die durchlässig seien für das Denken und die Sinne. Seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhundertes jedoch müssten sich die Dichter in einem Klima behaupten, das sie zur Marktmarginalie werden ließ. Sie kritisierte, dass in den Printmedien der Platz für Literaturkritik – und erst recht der für Lyrik-Rezensionen – immer mehr schrumpfe. "Wo einst die Lyrik unter die Lupe genommen werden konnte, rekelt sich jetzt die Modebranche", sagte die Preisträgerin. "Lyrik kommt immer zuletzt", so ihre Bilanz.
Der Jury gehören an: Maria Gazzetti (Leiterin Literaturhaus Frankfurt), Peter Härtling (Autor), Michael Lemling (Geschäftsführer der Münchner Buchhandlung Lehmkuhl), Klaus Reichert (Präsident der Akademie für Sprache und Dichtung), Klaus Schöffling (Verleger) und Torsten Casimir (Chefredakteur Börsenblatt).
Mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik zeichnet das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel seit 1977 literaturkritisches Wirken aus. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Frühere Preisträger sind unter anderem Gregor Dotzauer, Burkhard Müller, Hubert Winkels, Meike Feßmann, Hubert Spiegel, Elmar Krekeler, Felicitas von Lovenberg, Maike Albath, Ulrich Weinzierl, Lothar Müller und Andreas Nentwich.
Informationen zu den Preisträgern sind hier abrufbar.
Ansprechpartner ist Torsten Casimir, Telefon 069 1306-339; E-Mail: .
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