Ahnen: 2010 starten drei neue Angebote zur frühen Förderung hochbegabter Kinder in "Entdeckertag"-Grundschulen
Mehr zu: Grundschule, Hochbegabung, Rheinland-Pfalz, SchuleDas Netz von "Entdeckertag"-Grundschulen landesweit wird zum Beginn des Schuljahres 2010/2011 um drei weitere Standorte erweitert.
Bildungsministerin Doris Ahnen kündigte jetzt in Mainz an: "Mit der Grundschule Oberwinter, der Goetheschule Nord in Ludwigshafen und der Grundschule Hofgartenstraße in Bad Kreuznach, die für hochbegabte Kinder im Grundschul- und auch im Kindergartenalter an einem Tag in der Woche spezielle Angebote machen, wird zum kommenden Schuljahr das Netz der Entdeckertag-Schulen auf dann 13 Standorte im Land erweitert. Die dort bearbeiteten Projekte, Themen und Aufgabenstellungen, die über das Spektrum des eigentlichen Grundschulunterrichts hinausreichen und hauptsächlich in selbstgesteuerten, forschenden Lernprozessen von den Kindern bearbeitet werden, strahlen zudem auch auf andere Grundschulen aus. Elemente aus dem ,Entdeckertag´ werden von immer mehr Grundschulen übernommen."
Die Themen der "Entdeckertage" würden dabei ganz wesentlich von den Kindern selbst bestimmt, unterstrich Doris Ahnen. So gab es an den verschiedenen "Entdeckertag"-Grundschulen bereits Angebote aus den Bereichen Astronomie, Entwicklungshilfe, Physik, Biologie oder auch Fremdsprachen bis hin zu einem Angebot in Chinesisch. Das Konzept des "Entdeckertags" sei es, Angebote für die spezielle Gruppe hochbegabter Kinder mit dem integrativen Ansatz des Lernens in der vertrauten Altersgruppe und Klassengemeinschaft zu verbinden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den "Entdeckertagen", die nach Bewerbungen oder Empfehlungen durch Kindergärten und Grundschulen zuvor in Auswahlverfahren ausgesucht werden, nähmen Aufgaben zur weiteren Bearbeitung auch in ihre eigentlichen "Stammschulen" oder in ihre Kindergärten mit. So profitierten die Kinder dort indirekt ebenfalls von dem Zusatzangebot. Die Bildungs- und Jugendministerin betonte, die Förderung hochbegabter Kinder wirke zudem als weiteres Bindeglied in der Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen.
Die Entdeckertag-Schulen in Rheinland-Pfalz:
Seit dem Schuljahr 2004/2005:
Grundschule Zweibrücken-Mittelbach (Pilotschule)
Seit dem Schuljahr 2007/2008:
Grundschule Forster Kirchspiel in Brohl und Grundschule St. Sebastianus in Ellenz-Poltersdorf (beide Kreis Cochem-Zell), Grundschule Niederbrombach (Kreis Birkenfeld), Dr. Albert-Finck-Grundschule in Neustadt an der Weinstraße
Seit dem Schuljahr 2008/2009:
Ludwig-Schwamb-Grundschule in Mainz
Seit dem Schuljahr 2009/2010:
Grundschule am Königspfad in Göllheim (Donnersbergkreis), Pestalozzi-Grundschule in Kaiserslautern, Grundschule Trier-Ruwer, Pestalozzischule in Ingelheim (Kreis Mainz-Bingen)
Zum Schuljahr 2010/2011:
Grundschule Hofgartenstraße, Bad Kreuznach, Grundschule Oberwinter, Remagen, Grundschule Goetheschule Nord, Ludwigshafen
Ansprechpartner
Entdeckertage zeichnen sich aus durch ein wunderbares Konzept und eine nicht sachgemäße Umsetzung aus. Auf die Kinder wird nicht wirklich eingegangen. Es heisst im Konzept, die Kinder werden vor Ort in der Kita oder der heimischen Schule getestet. Das stimmt jedoch nicht.
Tatsächlich muss man mit den Kindern in eine fremde Schule fahren. Ohne jegliche Kennenlernphase wird das Kind dann alleine von 2 "hoch kompetenten" Lehrern in einen anderen Raum gebeten, man könnte auch sagen gezerrt. Wenn sich dieses Kind dann wenig willig zeigt, die teilweise persönlichen Fragen nach Vorlieben und Hobbies zu beantworten und dann auch nicht motiviert ist für den Test, hat das Kind keinerlei Chance auf Aufnahme ins Programm. Die Meinung und das Dafürhalten der Eltern und Lehrkräfte und Erzieher interessiert die Tester der Entdeckertagsschule nicht im Geringsten. Kinder die schon an anderer Stelle als hochbegabt indentifiziert wurden und im Alltag durch große Entwicklungsvorsprünge auffallen, werden so einfach wieder nach hause geschickt.
Eine fragwürdige Vorgehensweise, wo sich derjenige der sich mit hochbegabten Kindern besser auskennt fragt, wie das sein kann. Hochbegabte Kinder sind hochsensibel und brauchen oft eine Weile bis sie Vertrauen fassen und sich öffnen. Kinder die sich so zeigen sind beim Entdeckertag jedoch unerwünscht. Ihre ureigenen charakterlichen Eigenschaften disqualifizieren sie fürs Entdckertagsprogramm. Man legt ausschließlich Wert auf Kinder die man auch in der Öffentlichkeit gut vorzeigen kann.
an Alice Schwarzer
Ich kann da leider nur zustimmen. Auch wir bekamen eine Absage mit dem frechen Kommentar:"Ist zwar unbestritten hochbegabt aber für diese Art der Frühförderung nicht geeignet." Wenn nicht für ein anerkannt getestetes Kind, frage ich mich doch, für wen dann? Der erwähnte Test vor Ort, wurde von einer Person ( Konrektorin ), ohne weitere Erläuterungen, in einem separaten Raum durchgeführt. Ein Kompetenzteam ( wie in der Ausschreibung angepriesen ) haben wir nie zu Gesicht bekommen. Inzwischen ist unsere Tochter Mitglied bei Mensa und fühlt sich, was diese Thematik angeht, wesentlich besser betreut.
@CD
Danke für die aufschlussreiche Rückmeldung. Man fragt sich wirklich nach welchem Maß dort gemessen wird.
Ich wünsche alles Gute.
Hallo,leider muss auch ich mich dem anschließen, die Auswahl ist recht chaotisch, es heisst, Kinder sollen nur kennengelernt werden, ausdrücklich kein Test und dann wird doch im Hauruckverfahren getestet und unter Zeitdruck, mit Handy am Ohr die Fragen an das Kind gestellt, dabei gleichzeitig weitere Termine koordiniert und danach dann ein Urteil gefällt.
Ich bin von der ganzen Art und Weise ziemlich enttäuscht. Außerdem war die Umsetzung mehr als unprofessionell und irgendwie wenig vertrauenserweckend.
Schade!
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