Landeselterninitiative für Bildung e.V.
Eltern: Kosten für Schulbuchausleihe scheinen aus dem Ruder zu laufen
Minister muss sich des Themas annehmen
Mehr zu: Bildungsausgaben, Bildungsgerechtigkeit, Büchergeld, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Kinderarmut, Saarland, Schulbuch, SchuleNachdem in den letzten Tagen an den Schulen nach und nach die Beiträge für die Ausleihe von Schulbüchern für das Schuljahr 2010/2011 bekannt werden, befürchtet die Landeselterninitiative für Bildung, dass die Kosten aus dem Ruder laufen und deshalb das System insgesamt in Gefahr gerät. So sei z.B. an einigen Gymnasien die Rede von bis zu 110 Euro als Beitrag für Bücher im Wert zwischen 220 und 240 Euro, in dem aber z.B. der Atlas, das Musikbuch und die Bibel sowie Arbeitshefte noch nicht mal enthalten seien. Im vergangenen Jahr habe der Beitrag an den Gymnasien bei 60 Euro gelegen.
Bis in die letzte Woche sei an der Schulbuchverwaltungssoftware selbst, mit der die Elternbeiträge berechnet werden, gearbeitet und seien die Kosten zwischen Ministerium und Schulen hin und her gerechnet und vom Ministerium teilweise "gedeckelt" worden, ohne dass die Berechnung selbst transparent werde. Rationalisierungseffekte scheinen bei diesem zentral gelenkten System, so die Eltern, offensichtlich nicht genutzt zu werden.
Die Landeselterninitiative für Bildung begrüßt grundsätzlich, dass sich Familien finanziell entlasten können, indem sie an der Ausleihe teilnehmen können, wenn schon eine echte Lernmittelfreiheit nicht gewollt ist. Vor der Landtagswahl habe das Ministerium den Eltern noch mehrfach versichert, dass die Leihgebühren unter Einbeziehung von Erfahrungen aus andereren Bundesländern verlässlich kalkuliert worden seien. Eine Erhöhung, wie sie sich nun abzeichne, lasse sich nicht damit erklären, dass man damals "Mittelwerte" genommen habe und die Preise für Schulbücher gestiegen seien. Inzwischen scheine das Leihsystem zu einem staatlich organisierten, bürokratisch ablaufenden Schulbuchbasar zu degenerieren. Der neue Bildungsminister müsse sich des Themas annehmen und ernsthaft prüfen, welche Alternativen realisierbar wären.
Besonders kritisch sehen die Eltern neben den inzwischen hohen Beiträgen, dem hohen jährlichen Aufwand für Verwaltung und Logistik die erst noch bevorstehende Phase am Ende des Schuljahres. Dort seien noch mehr Arbeit und Schwierigkeiten zu erwarten, wenn Bücher zurückgenommen werden, ihr Zustand zu bewerten ist und ggf. Schadenersatz verlangt werden muss.
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