Aktionsbündnis Schule
Schulform-Egoismus auf dem Rücken der Schüler
Grundschulleiter fordern Grundschulverlängerung
Mehr zu: Grundschule, Grundschulempfehlung, Hauptschule, Nordrhein-Westfalen, Schulstruktur, Übertritt, SchuleAls puren Schulform-Egoismus und als Unverfrorenheit bezeichnen die im Aktionsbündnis Schule kooperierenden Elternorganisationen von Elternrat, Elternverein, Lernen Fördern, Landeselternschaft der Realschulen und der Gymnasien sowie verschiedenen nordrhein-westfälischen Katholischen Elternschaften Deutschlands den Vorstoß von Grundschulleitern, die Grundschulzeit um zwei Jahre zu verlängern. Die genannten Organisationen vertreten die Eltern an Hauptschulen, Realschulen, Förderschulen und Gymnasien.
"Die Grundschulleiter ignorieren alle wissenschaftlichen Studien, von denen keine einzige (!) ein längeres gemeinsames Lernen als günstiger und besser ausweist. Allein auf die Grundschulen fixiert nehmen die Befürworter dieser einschneidenden Strukturveränderungen in Kauf, dass leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler gebremst und Schwächere eher mit frustrierenden Misserfolgserlebnissen konfrontiert werden. Experimente auf Kosten der Schülerinnen und Schüler werden aber weder Eltern noch Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen zulassen, versichert Peter Silbernagel, Sprecher des Aktionsbündnisses Schule.
Wenn die Lehrkräfte an Grundschulen – so das Aktionsbündnis Schule – nach vier Jahren keine verlässlichen Empfehlungen abgeben können und wollen, dann dürfte das zwei Jahre später in der Vorpubertät der Kinder ebenso fragwürdig sein wie zuvor. Dann aber stellt sich nicht die Frage, ob alle anderen Schulformen verstümmelt und amputiert werden sollen, sondern ob die diagnostischen Fähigkeiten der Grundschullehrkräfte ausreichen. Bisher jedenfalls waren die Grundschulempfehlungen äußerst zuverlässig.
Der Prognoseunterricht wurde im letzten Schuljahr nur von 1,22 Prozent aller Viertklässler in Anspruch genommen. Und nur bei einem Drittel der am Prognoseunterricht teilnehmenden Schülerinnen und Schüler wurde die Grundschulempfehlung verändert. Zudem prüfen die weiterführenden Schulen in regelmäßigen Abständen, ob eine Korrektur der Schullaufbahn für den einzelnen Schüler und die einzelne Schülerin sinnvoll ist.
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