Landeselterninitiative für Bildung e.V.
Schulbuchausleihe: Eltern plädieren für Überdenken des Systems
Gebundene Gutscheine eine bessere Lösung?
Mehr zu: Lernmittelfreiheit, Saarland, Schulbuch, Unterrichtsmaterial, SchuleDie Landeselterninitiative für Bildung hat sich heute in einem Brief an Bildungsminister Kessler dafür ausgesprochen, das Anfang des auslaufenden Schuljahres eingeführte Schulbuch-Leihsystem grundlegend zu überdenken.
Finanzielle Entlastung für Familien bei den Kosten für Schulbüchern sei natürlich zu begrüßen. Doch müsse über das System aus den Gesichtspunkten Zweck, Form, Kosten, Verwaltungsaufwand und pädagogische Probleme neu diskutiert werden. Es sei auch finanziell unausgegoren. Das zeige folgende Entwicklung: Noch im Februar des Jahres habe Bildungsminister Kessler den Eltern geschrieben, er gehe nicht davon aus, dass es notwendig werde, die Gebührengrenzen voll auszuschöpfen. Inzwischen sei an Gymnasien die Ausnahme zur Regel geworden und die Leihentgeltgrenze von 90 € bei über 80% mit Beträgen bis zu 115 Euro, fast das Doppelte wie bisher, überschritten. Und dies, obwohl Atlas und Musikbuch im Leihpaket nicht enthalten seien. Bei den Gesamtschulen läge der Elternbeitrag bei jeder 5. Schule über der angekündigten Grenze von 85 €. Kurz vor Anmeldeschluss habe man jetzt mit 0,5 Mio Euro aus dem Landeshaushalt beim Elternbetrag für die Grundschulen nachbessern müssen und wolle dafür, nicht fassbar, zehn Lehrerstellen streichen. Und dies alles, bei Klagen von Landkreisen und Kommunen über den hohen Verwaltungsaufwand und noch austehenden Erfahrungen am Ende des Schuljahres. Dort seien noch mehr Arbeit und Schwierigkeiten zu erwarten, wenn Bücher zurückgenommen werden, ihr Zustand zu bewerten ist und ggf. Schadenersatz verlangt werden muss.
Die Eltern rufen dazu auf, die tatsächlichen Kosten einer echten Lernmittelfreiheit öffentlich allen jetzigen gegenüberzustellen. Als Alternative, wenn eine echte Lernmittelfreiheit denn nicht gewollt ist, schlagen sie vor, ein System mit gebundenen Gutscheinen zu prüfen und mit dem Buchhandel in Gespräche über Mengenrabatte zu treten. Es würde einerseits Schulträgern und Schulen erheblichen Verwaltungsaufwand sparen. Andererseits ließe es Schülern die Möglichkeiten, mit den Texten in den Büchern durch Markierungen, Unterstreichungen u.ä. direkt zu arbeiten und Bücher für spätere Nachbereitungen in höheren Klassen zu behalten. Zudem sei es transparenter als das jetzige Berechnungsmodell, das etwa bei den Gymnasien eine 15-seitige Tabelle umfasse, die am Ende bei überwiegend nicht realisierbaren 90 Euro ankomme (Quelle: www.saarland.de/dokumente/thema_bildung/AusleihkostenBeispielGymnasium.pdf)
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