Deutsches Studentenwerk
Licht und Schatten beim Bachelor
Neue Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) mit ersten Daten zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bachelor-Studierenden - Zeitaufwand im Bachelor-Studium geringer als in Staatsexamens- oder Diplom-Studiengängen - Aber für 19% der Bachelor-Studierenden ist zeitliche Belastung zu hoch - Bachelor-Studierende nutzen häufiger das Wohnheim und die Mensa und haben häufiger Beratungsbedarf zur Studienfinanzierung - DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: "Studentenwerke sind Erfolgsfaktor für die Studienstrukturreform"
Mehr zu: BAföG, Bildungsbericht, Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Bologna-Prozess, Fachhochschule, Statistik, HochschuleDie wirtschaftliche und soziale Lage der Bachelor-Studierenden unterscheidet sich nicht wesentlich von jener der Studierenden in den alten Studiengängen. Gleichzeitig achten Bachelor-Studierende auf die Kosten; sie bevorzugen stärker das Wohnheim und die Mensa.
Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), mit Blick auf die neue, inzwischen 19. DSW-Sozialerhebung, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Im Sommer 2009 sind 16.370 Studierende befragt worden. Das Hochschul-Informations-System (HIS) hat die Studie wissenschaftlich durchgeführt und ausgewertet. Im Frühjahr 2011 soll ein Sonderbericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bachelor-Studierenden vorgestellt werden.
"Betrachtet man die neue Sozialerhebung differenziert, so bestätigt sie die Kritik der Studierenden am Bachelor zum Teil", sagte Meyer auf der Heyde. Er führte aus: "Es gibt Licht und Schatten beim Bachelor. FH-Bachelor haben, Studium und Nebenjob zusammengenommen, eine 44-Stunden-Woche, Uni-Bachelor kommen auf 43 Stunden. Damit liegen sie im Mittelfeld, hinter den alten Studiengängen, die mit dem Staatsexamen oder dem Diplom abschließen."
Allerdings hätten 19% der Bachelor-Studierenden angegeben, die zeitliche Belastung während des Semesters sei zu hoch. Bachelor-Studierende an Fachhochschulen, die eher bildungsferneren und einkommensschwächeren Elternhäusern entstammen, jobben mit 15 Stunden die Woche etwas mehr als der Durchschnitt aller Erwerbstätigen, die 13,5 Stunden in der Woche arbeiten.
"Für einen Teil der Studierenden entspricht der in den Protesten artikulierte, gefühlte Druck einem objektiven Druck", folgerte Meyer auf der Heyde. Bachelor-Studierende sind gezwungenermaßen kostenbewusst. Sie wohnen häufiger noch bei ihren Eltern oder im Wohnheim ihres Studentenwerks, und sie nutzen häufiger die Mensa. Das BAföG spielt bei ihren Einnahmen eine größere Rolle, und ihr Beratungsbedarf ist höher als der ihrer Kommilitonen in den alten Studiengängen, vor allem zum Thema Studienfinanzierung.
"Das zeigt: Die Leistungen der Studentenwerke sind ein Erfolgsfaktor für die Studienstrukturreform", betonte Meyer auf der Heyde.
Hintergrund: 43% Bachelor-Studierende im Sommer 2009
Alle drei Jahre werden die Studierenden in Deutschland im Rahmen der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage befragt. Finanziert wird die repräsentative Befragung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, wissenschaftlich durchgeführt vom Hochschul-Informations-System. An der jüngsten, 19. Sozialerhebung nahmen im Sommer 2009 16.370 Studierende von 210 Hochschulen teil. Zu diesem Zeitpunkt waren 43% der Studierenden in Bachelor- und 5% der Studierenden in Master-Studiengängen eingeschrieben.
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