Wolfsburger Themenpark ergänzt sein Bildungsangebot für Schulen
Ausprobieren und verstehen: Autostadt stellt neue Werkstatt im ZeitHaus vor
Mehr zu: Außerschulische Lernorte, Berufsorientierung, MINT-Fächer, Mobilität, Niedersachsen, SchuleWissenschaftliche Phänomene an Fahrzeugen erleben: Die Autostadt in Wolfsburg erweitert ihr umfangreiches Bildungsangebot um eine neue Lern-Werkstatt im ZeitHaus. Ab sofort bietet der vom Niedersächsischen Kultusministerium anerkannte außerschulische Lernort Schülergruppen die Gelegenheit, an Automobilen technische Zusammenhänge zu ergründen und dabei handwerklich zu arbeiten.
"Anlässlich des zehnten Geburtstags der Autostadt haben wir uns entschieden, mit der neuen Werkstatt weiter in die Bildung zu investieren und unser Programm für Schulen auszubauen. Wir engagieren uns bewusst dort, wo Bildungseinrichtungen an ihre Grenzen stoßen und ergänzen somit das Lernangebot an einem ganz besonderen Ort", sagt Dr. Maria Schneider, Kreativdirektorin der Autostadt. "In unserer Werkstatt können die Workshop-Teilnehmer komplexe Aufgaben lösen, die in dem geschlossenen System eines Fahrzeugs besonders anschaulich sind. Zudem können sie das Berufsbild des KFZ-Mechatronikers kennen lernen. Wir wollen Schülern Naturwissenschaft und Technik erlebnisorientiert näherbringen."
Zehn Workshops zu den Oberthemen "Motor", "Elektrik", "Karosserie", "Interieur" und "Fahrwerk" zählen zum Programm der Werkstatt. Bei den Angeboten steht jedoch nicht das Automobil mit seinen Funktionen im Mittelpunkt. Das Fahrzeug dient vielmehr als Beispiel, um den Schülern einerseits handwerkliche Tätigkeiten näher zu bringen und andererseits naturwissenschaftliche Prozesse zu verdeutlichen. So erhalten die Schüler zu Beginn jeweils einen Einblick in den Gesamtkontext des Automobils und befassen sich anschließend in Zweier-Teams mit dem jeweiligen Einzelteil und den damit verbundenen physikalischen oder chemischen Phänomenen: Während des Zerlegens des Motors in seine Einzelteile lernen die Teilnehmer etwa, wie Verbrennungsprozesse ablaufen; beim Auswechseln der Bremsklötze erfahren die Schüler, wie Beschleunigungs- und Bremskräfte zusammenwirken; ihnen werden die chemischen Prozesse beim Rosten von Metall erläutert oder sie entwickeln ein eigenes Design für Türverkleidung und Sitze – Ausprobieren und Entdecken stehen in der neuen Werkstatt im Vordergrund.
Neben dem handwerklichen Arbeiten erleben die Teilnehmer in den Workshops ganz ohne Bewertung durch die Pädagogen der Autostadt, ob das erzielte Ergebnis richtig ist: "Wenn die Scheinwerfer wieder leuchten und der Motor wieder surrt, haben die Schüler alle Teile fehlerfrei zusammengesetzt. Diese direkte Rückmeldung auf die eigene Arbeit ist elementarer Bestandteil des Lernkonzepts der neuen Angebote", sagt Dr. Michael Pries, Leiter der Inszenierten Bildung der Autostadt.
In allen Workshops spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Neben der Funktionsweise von Automobilen und der Weiterentwicklung von Antriebstechnologien, Sicherheitsstandards oder des Karosseriebaus thematisieren die Kurse so auch die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
Die Werkstatt verfügt über 32 vollständig ausgestattete Arbeitsplätze und zwei Hebebühnen. Außerdem zählt eine professionelle Schweißkabine zur Ausstattung, in der die Workshop-Teilnehmer drei Verfahren – Autogen-, Schutzgas- und Elektroschweißen – kennen lernen können. Zur Demonstration stehen mit einem Volkswagen Käfer aus den 1960er Jahren, einem Volkswagen Golf aus den 1980er Jahren und einem New Beetle drei originale Fahrzeuge zur Verfügung, die den Teilnehmern die Entwicklung des Automobils veranschaulichen.
Bis zu den Sommerferien führt die Autostadt in der Werkstatt im ZeitHaus eine Testphase der neuen Workshops durch. Ab sofort können sich interessierte Schulklassen aller Schulformen ab Klasse 6 über das Buchungsbüro der Inszenierten Bildung unter der Telefonnummer 05361 / 40-6338 zu einem Probeworkshop anmelden. Ab dem Schuljahr 2010/2011 sind die Angebote regulär für alle Klassen buchbar. Weitere Informationen über das Bildungsprogramm der Autostadt unter www.autostadt.de.
Die Inszenierte Bildung der Autostadt in Wolfsburg
Das zentrale Thema der Autostadt als Kommunikationsplattform des Volkswagen Konzerns ist Mobilität in all ihren Facetten. Die Inszenierte Bildung betrachtet es als ihre Aufgabe, Menschen – mit Blick auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Lebensphasen – multiperspektivisch an dieses Thema heranzuführen: Neben der fundierten Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der automobilen Technik stehen Formen der physischen, psychischen oder virtuellen Mobilität auf dem Programm. Jährlich zieht der Wolfsburger Themenpark zwei Millionen Gäste an. Die mehr als 1.600 pädagogischen Angebote der Inszenierten Bildung erreichten im vergangenen Jahr über 196.000 Lernende aller Altersstufen – von der technischen Frühbildung für Kinder ab vier Jahren bis hin zu Angeboten des Programms 55plus für Menschen jenseits von Schule und Beruf. Im Jahr 2008 waren es 125.000 Teilnehmer – das entspricht einem Zuwachs von 57 Prozent. Ein Team von mehr als 70 Pädagogen betreut das Bildungsangebot der Autostadt mit großer Fachkompetenz.
Pressekontakt zu dieser Meldung
Pressestelle der Autostadt
Telefon: 05361 / 40-1444
E-Mail:
www.autostadt.de
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