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Berlin, 28.04.2010 -

Mit Blick auf den Berufsbildungsbericht erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock heute in Berlin: "Die Krise hat den Ausbildungsmarkt erreicht. Nach offiziellen Zahlen suchen noch mehr als 80.000 Jugendliche trotz des Rückgangs an Bewerberinnen und Bewerbern einen Ausbildungsplatz. 50.000 Ausbildungsverträge weniger, das ist ein Alarmsignal. Die Meldung der Arbeitgeber, es mangele an Bewerbern und nicht an Ausbildungsplätzen, ist schlicht falsch.

Vor allem benachteiligte Jugendliche sind die Verlierer der Wirtschafts- und Finanzkrise. Deshalb müssen ausbildungsbegleitende Hilfen zu Regelangeboten für die Betriebe ausgebaut werden. Ausbilder und Lehrer sollen für jeden einzelnen Auszubildenden den Förderbedarf ermitteln. Die Bundesagentur muss ihr Leistungsangebot dazu steigern. Bund und Länder sollten sich an der Finanzierung beteiligen. Mit ausbildungsbegleitenden Hilfen werden Betriebe unterstützt, die jungen Leuten eine Chance geben, die keine brillanten Zeugnisse haben.

Um Jugendlichen mit schlechten Start-Chancen den Einstieg in die Ausbildung zu ebnen, muss die Förderung bereits in der Schule beginnen. Die "Initiative Bildungsketten" der Bundesregierung, bei der Bildungslotsen Jugendlichen ab der 7. Klasse beim Weg in die Ausbildung helfen, ist ein richtiger Ansatz.

Die schlechte Ausbildungsbilanz 2009 zeige einmal mehr die Achillesferse des deutschen Ausbildungssystems. Die Zukunftsperspektiven junger Menschen sind abhängig von der konjunkturellen Lage der Wirtschaft. Dies zeigt sich gerade wieder in der Krise. Mit freundlichen Appellen wird sich die Misere auf dem Ausbildungsmarkt nicht beheben lassen. Entscheidend für den Ausbildungsmarkt wird sein, wie Anreize für mehr betriebliche Ausbildungsplätze unter den schwierigen Bedingungen geschaffen werden können. Hierfür sind Tarifverträge über eine solidarische Finanzierung (z. B. Branchenfonds) notwendig. Das Beispiel der Bauindustrie zeigt, wie ein Umlagesystem ein relativ hohes Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen auch in Krisenzeiten sichern kann."

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