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Berlin, 28.04.2010 -

Der Berufsbildungsbericht zieht eine positive Bilanz des vergangenen Ausbildungsjahres. Dennoch steht das neue Ausbildungsjahr vor großen Herausforderungen. Es geht darum, trotz Krise genügend Lehrstellen zur Verfügung zu stellen. Auch für jene Jugendliche, die bis jetzt keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

Das Bundeskabinett verabschiedete heute den diesjährigen Berufsbildungsbericht.

Viele Jahre lang waren die Ausbildungsstellen knapp. Die Partner im nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs bemühten sich daher, möglichst viele Ausbildungsplätze zu schaffen. Trotzdem reichten sie nicht für alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus. Gerade schwächere Interessenten blieben ohne Ausbildung.

Eine neue Situation

Während immer weniger junge Menschen die Schule verlassen, steigt gleichzeitig die Zahl der Studierwilligen. Trotz Wirtschaftskrise stehen dem Ausbildungsmarkt somit mehr offene Stellen zur Verfügung als Bewerberinnen und Bewerber.

Angesichts dieser Situation droht schon bald ein Fachkräftemangel. "Wir können es uns nicht leisten, dass Jugendliche ohne Schul- und Berufsabschluss bleiben", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Es gilt also, künftig auf eine bessere Berufsreife und eine frühere Berufsorientierung hinzuarbeiten. Das Bundesbildungsministerium will daher den Übergang zwischen Schule und Ausbildung optimieren.

Gemeinsam den Ländern und Sozialpartnern soll eine breite Initiative "Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss" starten. Sie sieht eine Kompetenzanalyse der Schülerinnen und Schülern ab der 7. Klasse und mehr Berufsorientierung während der Schulzeit vor. Bildungsgefährdete Jugendlicher sollen durch Bildungslotsen bis zum Ausbildungsabschluss kontinuierlich begleitet werden.

Alle Potenziale nutzen

Verstärkt soll auf junge Menschen mit Migrationshintergrund eingegangen werden. Gerade ihre kulturellen Besonderheiten und interkulturellen Kompetenzen gilt es zu nutzen. Ein Informations- und Beratungsnetzwerk wird Unternehmer und Unternehmerinnen mit Migrationshintergrund verstärkt motivieren auszubilden.

Künftig erfolgt die Prüfung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse schneller, einfacher und unbürokratischer. Auch Menschen, deren Ausbildung nicht als gleichwertig zu einem deutschen Abschluss anerkannt werden kann, wird geholfen. In diesen Fällen werden die vorhandenen Kompetenzen dokumentiert. Es erfolgt eine Beratung über geeignete Anpassungsmaßnahmen.

Die Bundesregierung appelliert an die Wirtschaft, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht in den Ausbildungsanstrengungen nachzulassen.

Vom 1. Oktober 2008 bis zum 30. September 2009 wurden bundesweit 566.004 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind 50.338 beziehungsweise 8,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Jugendlichen aus allgemein bildenden Schulen fiel im Jahr 2009 um rund 34.000 Jugendliche oder 3,7 Prozent niedriger aus als im Jahr 2008. Zum zweiten Mal in Folge registrierte die Bundesagentur für Arbeit weniger unversorgte Bewerberinnen und Bewerber als unbesetzte Ausbildungsplätze.

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