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Gesamtschule

"Mit dem Bildungs-Trabbi in Bayerns Zukunft?" – Grüne Gesamtschulvisionen rückwärtsgewandt

Max Schmidt: "Eine einzige Schulart kann nie der Vielfalt der Begabungen und Bedürfnisse unserer Kinder gerecht werden"

Mehr zu: Auslese, Bayern, Bildungschancen, Gesamtschule, Gymnasium, Oberschule, Schule
München, 04.05.2010 -

"Kein vernünftiger Mensch käme auf die Idee, VW, Audi, BMW und Mercedes dichtzumachen und den Deutschen nur noch den Trabbi als Auto zu erlauben. Genau das ist aber der von den bayerischen Grünen in der Schulpolitik verfolgte Ansatz: Die Abschaffung der erfolgreichen bayerischen Schularten zugunsten des überholten Modells einer Gesamtschule für alle. Dieses Festklammern an der Gesamtschulidee ist rational nicht erklärbar: Denn Kinder sind einfach zu unterschiedlich, als dass eine einzige Schulart ausreichen würde, der Vielfalt ihrer Talente, Begabungen und Bedürfnisse gerecht zu werden und diese auch nur halb­wegs angemessen zu fördern", kommentiert der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt die Zielsetzung von Bündis90/Die Grünen, die bayerischen Schularten durch eine Gesamtschule für alle Kinder und Jugendliche zu ersetzen. Die Forderung nach einer "Gemeinschaftsschule für alle" hatte die Grünen-Fraktion im Zusammenhang mit der Ankündigung ihrer für heute beantragten Aktuellen Stunde im Landtag unter dem Titel "Schluss mit der Auslese" erhoben.

Bildungsforschung: Keine Chancengleichheit durch gleiche Schule für alle Kinder

In etlichen Studien wie BIJU, LAU und anderen wurde wissenschaftlich solide festgestellt: An Gesamtschulen hinken die Leistungen der Schüler nicht nur um rund zwei Jahre hinterher; auch das soziale Lernen und der Ausgleich sozialer Disparitäten gelingen entgegen den Erwartungen kaum. Deutsche Gesamtschulen bleiben in ihren Integrationsleistungen hinter den Schularten des gegliederten Schulsystems zurück. Mit dem führenden Bildungshistoriker Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth ist hier nur eine Stimme aus dem Chor deutscher Schulforscher herausgegriffen, die den hochfliegenden Versprechungen und Erwartungen der Gesamtschulbefürworter widerspricht: Es sei, so Tenorth wörtlich, "nur eine hübsche Annahme, dass mit der gleichen Schule auch die gleichen Chancen für alle geschaffen werden. Aber das ist leider falsch!"

Philologenverband für behutsame Reformen – Eigenes Modell fürs Gymnasium

Statt für den gnadenlosen Abschuss eines erfolgreich arbeitenden Schulsystems plädiert der Vorsitzende des Lehrerverbandes für die Gymnasien und die Beruflichen Oberschulen für behutsame Reformen. Bestärkt sieht sich Schmidt in dieser Haltung durch Prof. Dr. Jürgen Baumert, den ersten Verantwortlichen für die PISA-Studie in Deutschland. Auf die Frage nach dem Geheimnis des großen Erfolgs bayerischer Schüler bei PISA sagte er: "Bayern war mit Veränderungen der Schulstruktur zurückhaltend und hat damit einen Hauptfehler weitgehend vermeiden können: das Ausgrenzen leistungsschwacher Schüler." Genau eine sol­che Reform mit Augenmaß und Respekt vor den bestehenden Schulstrukturen ist das durch den Bayerischen Philologenverband entwickelte und im März dieses Jahres vorgestellte Modell zur flexiblen Vernetzung von Mittel- und Oberstufe des Gymnasiums (Näheres: www.bpv.de/aktuelles-presse/presse-2010/presse-2010-i/mittel--und-oberstufe-flexibel-vernetzen.html). "Dies ist ein realistischer Vorschlag, der unseren Schülern wirklich etwas bringt", warb der bpv-Vorsitzende abschließend für diese Idee seines Verbandes.

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