Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Schavans "Gipfel" tanzt nicht, sondern steht still
Bund fährt Bologna-Reform weiter auf Sparflamme
Mehr zu: Bildungsausgaben, Bologna-Prozess, Föderalismus, Schavan, HochschuleAnlässlich der heutigen Konferenz des BMBF zum Sachstand der Reform der Bologna-Reform erklärt der zuständige Berichterstatter Swen Schulz und der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Ernst Dieter Rossmann:
Wenn es überhaupt ein nennenswertes Ergebnis der heutigen "Nationalen Bologna-Konferenz" von Bundesbildungsministerin Schavan gibt, dann ist es ein schlechtes: der Bund wird sich weiterhin nicht nennenswert an der Reform der Bologna-Reform beteiligen. 45 Euro pro Studierenden und Semester ist nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein. Schlimmer noch: Sie will weiterhin das wenige Geld ausschließlich über weitere Wettbewerbe verteilen und übersieht damit, dass die Lehre anders als Forschung in der breite und flächendeckend verbessert werden muss. Denn jeder und jede Studierende hat den gleichen Anspruch auf eine gute Lehre. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung auf, das Angebot des Bundes zur Verbesserung der Lehre deutlich anzuheben und an den Forderungen des Wissenschaftsrates von 1,3 Milliarden Euro im Jahr zu orientieren. Die Mittel sind nach dem tatsächlichen Bedarf - und damit dauerhaft und verlässlich nach der Zahl der Studierenden - zu verteilen.
Das heute erneut erkennbare "Bologna-Flickwerk" des Bundes reicht dafür nicht aus. Nach dem Willen von Schavan bleibt es bei den bisher in Aussicht gestellten 200 Millionen Euro im Jahr für rund 370 Hochschulen und 2,2 Millionen Studierende - das sind 45 Euro pro Kopf pro Semester. Damit will Schavan für die Lehre die gleiche Wirkung entfalten, wie die Exzellenzinitiative sie für die Hochschulforschung erreicht hat. Wie bitte soll das gehen?
Das Abschlusspapier des heutigen Gipfels ist den Namen nicht wert. Offenbar hat Schavan auch deshalb die Verschiebungen und die über sechsmonatige "Vorbereitungszeit" gebraucht, um aus dem Communiqué auch das letzte Quäntchen Konkretes zu tilgen. Letzten Endes war es die ergebnislose PR-Veranstaltung, die von Schavan auch zu erwarten war.
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Vielleicht muss es nicht immer nur mehr Geld sein. Wenn die Hochschulen "Bologna" annehmen und selbst die Verantwortung für Lehre im 21. Jahrhundert übernehmen und nicht in Lehrformen vergangener Jahrhunderte verharren, wäre schon viel gewonnen. In vielen Hochschulen ist man schon auf dem Weg, gute Beispiele gibt es schon zu sehen. Es ist ja nicht so, als hätten die Universitäten nur Geld für "Briefmarken", zumal die meisten heute mailen ...
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