Der heute vom Bund und der Kultusministerkonferenz in Berlin vorgestellte nationale Bildungsbericht "Bildung in Deutschland 2010" lässt das mittlerweile repetitiv vorgetragene "Keiner darf verloren gehen" angesichts der teilweise alarmierenden Darstellungen wie ein ungehörtes Echo des letzten, ergebnislosen Bildungsgipfels erscheinen.
In der Altersgruppe der zwischen 20 und 30jährigen jungen Menschen besitzt jeder sechste keinen Berufsabschluss und befindet sich auch nicht mehr in Bildungsmaßnahmen. Dies sind 17% dieser Altersgruppe. Damit hat die Zahl der jungen Ungelernten einen unrühmlichen Höchststand in Deutschland erreicht. Hinzu kommt die ebenfalls erschreckend hohe Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss; Im Jahr 2008 sind dies allein 65.000 gewesen.
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wirken die gestern vom Bundeskabinett beschlossenen zusätzlichen "Bildungslotsen" wie der Tropfen auf dem mittlerweile glühenden Stein. Diese jungen Menschen sind verloren, wenn ihnen nicht schnellstmöglich konkrete Berufsperspektiven eröffnet werden können und es besteht die Gefahr, dass sie an den Rand der Gesellschaft abgelegt werden. Gerade aber angesichts dessen, dass der Bevölkerungsanteil im Erwerbsalter bis 2025 um zehn Prozent zurückgehen wird, können wir uns ungenutzte Potenziale nicht leisten.
Der Vorsitzende des Bildungsverbandes, Siegfried Schmauder, appelliert daher an die Bundesregierung, Sparüberlegungen hinsichtlich der Bildungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit zurückzunehmen und stattdessen eine tatsächliche bildungs- und arbeitsmarktpolitische Offensive anzustoßen, deren Bildungs- und Ausbildungsprogramme nicht nur auf kurzfristige Eingliederung abzielen. Die Träger der beruflichen Bildung stehen bereit, ihren Beitrag zu dieser Offensive zu leisten.
Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung, kurz Bildungsverband, ist ein Zusammenschluss maßgeblicher Anbieter von Bildungsprogrammen in Deutschland. In seinen Mitgliedsverbänden helfen jährlich Tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Menschen mit qualitätsgeprüften Aus- und Weiterbildungen bei der Verbesserung ihrer beruflichen Chancen.
Der Bildungsverband versteht sich als ein "Qualitätsverbund" der beruflichen Weiterbildung und hat sich und seine Mitgliedsunternehmen auf Qualitätsgrundsätze festgelegt.