Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Bayerns Schülerinnen und Schüler im Bildungsvergleich der deutschen Länder auf Platz 1 in allen Kategorien
Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle zieht zwei Schlüsse: Qualitätsstrategie im differenzierten Schulwesen des Freistaats wird bestätigt - Auftrag die Teilhabegerechtigkeit weiter zu verbessern
Mehr zu: Bayern, Bildungsbericht, Bildungschancen, Bildungsstandards, Deutsch, Föderalismus, Fremdsprachen, Hauptschule, Oberschule, Spaenle, Statistik, Wirtschaftsschule, SchuleBayerns Schülerinnen und Schüler haben im ersten Bildungsvergleich der deutschen Länder in allen Kategorien den Platz 1 belegt. Im Mittelpunkt der Erhebung standen die Kompetenzen der Schülerschaft der Jahrgangsstufe 9 in Deutsch und der ersten Fremdsprache (in den meisten Ländern Englisch). In Deutsch waren die Teilbereiche Lese- und Hörverständnis sowie Orthografie untersucht worden, im Fach Englisch das Lese- und Hörverständnis. In allen fünf Bewertungsbereichen belegen die bayerischen Schülerinnen und Schüler den Rang 1.
Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle begrüßte das gute Abschneiden: "Die Ergebnisse dieser Erhebung bestätigen in sehr erfreulicher Weise die hohen Leistungen der bayerischen Schülerinnen und Schüler aller weiterführenden Schularten und die Qualitätsstrategie im differenzierten Schulwesen im Freistaat Bayern. Die Ergebnisse spiegeln den hohen Leistungsstand der gesamten Schülerschaft wider." Für Minister Spaenle ist es sehr wichtig, dass alle bayerischen Schülerinnen und Schüler, sowohl die der Hauptschule wie die der Wirtschaftsschule, der Realschule und des Gymnasiums bei der Erhebung sehr gut "punkten" konnten. Der Minister dankte den Lehrerinnen und Lehrer für ihren hohen Einsatz. Kultusminister Spaenle sieht weiterhin den besonderen Arbeitsauftrag, die Teilhabegerechtigkeit junger Menschen aus allen Schichten weiter zu verbessern.
Erstmals hatte das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin im Auftrag der deutschen Länder eine repräsentative Erhebung zur Kompetenz der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 in Deutsch und der ersten Fremdsprache durchgeführt. "Messlatte" waren die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für diese Fächer. In die Erhebung, die im Frühjahr 2009 stattfand, waren rund 41.000 Schülerinnen und Schüler an 1500 Schulen in Deutschland, darunter 93 Schulen aus Bayern, einbezogen worden.
Kompetenzerwerb klafft zwischen den Ländern erheblich auseinander
Bei der Erhebung haben die bayerischen Schülerinnen und Schüler im Leseverständnis und Hörverständnis in Englisch unter ihren Alterskolleginnen und -kollegen mit großem Vorsprung Platz eins belegt. Auch in Deutsch rangieren die bayerischen Schülerinnen und Schüler mit zum Teil großem Abstand auf dem 1. Platz. Bayerns Schülerinnen und Schüler waren ihren gleichaltrigen Mitschülern in einzelnen Ländern im Kompetenzerwerb rund eineinhalb Jahre voraus. "Dieses Ergebnis macht deutlich, mit welchem Nachdruck sich in Bayern Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräfte der Bildungsarbeit widmen", so Dr. Spaenle. Der Freistaat sichere dazu gemeinsam mit den Kommunen die Rahmenbedingungen.
Minister Spaenle zeigte sich erfreut, dass die Wissenschaftler aus Berlin keine signifikanten Unterschiede bei der Vermittlung der Kompetenzen zwischen dem acht- und dem neunjährigen Gymnasium feststellten. Diesen Befund hatte auch das Monitoring zur Einführung der neuen Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums in Bayern ergeben.
Mehr Chancen für junge Leute aus ,bildungsfernen´ Familien
"Ich nehme den Arbeitsauftrag, der in dieser Erhebung bestätigt wird, sehr ernst, die Teilhabegerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen aus ,bildungsfernen´ Familien zu erhöhen", so Minister Spaenle. Bayern arbeite bereits daran, da PISA und auch der Bayerische Bildungsbericht dieses Problemfeld sichtbar gemacht hatten. "Wir müssen diese Kinder und Jugendliche verstärkt an höhere Schulabschlüsse heranführen", so der Minister. Auch die Möglichkeiten der beruflichen Bildung wie der Beruflichen Oberschule werden intensiv genutzt, um die Begabungen aller jungen Menschen im Freistaat zu fördern. Bereits gut 40 Prozent aller Hochschulzugangsberechtigungen werden in Bayern über diesen Weg erworben.
Instrumente, um die Chancen für Kinder aus ,bildungsfernen` Familien zu verbessern, sind u. a. der Ausbau der individuellen Förderung und das Gesamtkonzept zur Förderung der schulischen Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Auch die stärkere individuelle Förderung von Kindern bereits in frühem Alter unabhängig von der sozialen und kulturellen Herkunft werde verstärkt: Zum neuen Schuljahr startet der Modellversuch Flexible Grundschule an 20 Grundschulen, bei dem Schülerinnen und Schüler je nach der eigenen Lerngeschwindigkeit für die beiden ersten Grundschuljahre ein, zwei oder drei Jahre in Anspruch nehmen können und danach auf einer sehr soliden Wissens- und Kompetenzbasis in die 3. Jahrgangsstufe vorrücken.
Minister Spaenle begrüßt, dass der Kompetenzerwerb der jungen Migrantinnen und Migranten in Bayern nach den Ergebnissen der Studie sehr gut gelingt. "Ihre absolute Leistung liegt im deutschen Vergleich in der Spitzengruppe", so der Minister. Aber der Unterschied zwischen Kindern aus einheimischen Familien und Zuwandererfamilien sei zu groß.
Der stärkeren individuellen Förderung dienen nach Spaenle:
u.a. der massive Ausbau der Ganztagsangebote an Grund-, Haupt- und Förderschulen sowie ab dem Schuljahr 2011/2012 auch an Realschulen und Gymnasien,
zusätzliche Intensivierungs- und Förderstunden an Grund-, Haupt- und Realschulen nach dem Vorbild der Intensivierungsstunden am Gymnasium. Bereits in der vierten Klasse an der Grundschule wird die Klasse bei einer Schülerzahl ab 25 Kindern in der Förderstunde geteilt. Es gibt in der 5. Jahrgangsstufe an der Hauptschule, in der die Klassen ge- teilt werden, eine zusätzliche Intensivierungsstunde und in der Real- schule eine zusätzliche Förderstunde. sowie die Teilung von Klassen ab 25 Schülern im Bereich der Volks- schulen, wenn der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund über 50 Prozent liegt.
Die Mittelschule ermöglicht es für Spaenle ab dem kommenden Schuljahr, dass die Anzahl der Schüler steigt, die den Mittleren Bildungsabschluss erwerben. Bislang erwerben mehr 20 Prozent der Hauptschüler an ihrer Schule den Mittleren Bildungsabschluss.
"Die Leistung unserer Schülerinnen und Schüler im differenzierten bayerischen Bildungswesen darf uns durchaus begeistern. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen, sondern müssen unsere Anstrengungen verstärken, benachteiligten Schülerinnen und Schülern mehr Chancen zu eröffnen", so der Minister in seiner Bilanz zur "Momentaufnahme" des IQB. "Bei der Qualitätsentwicklung wird unser Weg bestätigt".
Minister Spaenle nutzte die Vorstellung der Studie als Anlass, um sich bei Schülerinnen und Schülern sowie deren Lehrkräften, aber auch den Eltern zu bedanken.
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