Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)
Bundesweiter Leistungsvergleich bestätigt bayerischen Bildungsweg, das gegliederte Schulwesen zu stärken und nicht abzuschaffen
Mehr zu: Bayern, Bildungsbericht, Bildungschancen, Bildungsstandards, Deutsch, Föderalismus, Fremdsprachen, Hauptschule, Statistik, Wirtschaftsschule, Schule"Die Ergebnisse des jüngsten Leistungsvergleichs der Schulen in Deutschland ist sehr erfreulich, aber für uns keine Überraschung: Es wird wieder einmal bestätigt, dass das bayerische gegliederte Schulsystem die Schülerinnen und Schüler am besten nach ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit unterstützt. Bayern liegt in allen getesteten Bereichen vorne, z. T. mit einem Bildungsvorsprung von über einem Jahr!", so der Verbandschef des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv), Anton Huber.
Dabei zeigen die Ergebnisse wieder einmal eindeutig, dass alle bayerischen Jugendlichen in ihrer jeweiligen Schulart so gut gefördert werden, dass insbesondere auch "Nicht-Gymnasiasten", d. h. Schüler der Hauptschulen, Wirtschaftsschulen und Realschulen, bestens abschneiden. Dieses Ergebnis bestätigt erneut genau das, was in vielen zahlreichen Tests seit Jahren schon belegt worden ist. Wer jetzt noch in Bayern eine Zusammenlegung von Schulen bis hin zur Gesamtschule oder einer verlängerten Grundschulzeit fordert, der zeigt, dass er sich eigentlich nicht für das Kindeswohl einsetzt, sondern ganz andere Interessen verfolgt, so Huber: Die einen betreiben Ideologie, die anderen schnöde Standes- bzw. Besoldungspolitik.
"Dennoch dürfen wir uns jetzt nicht ausruhen, denn die Studie gibt uns weitere Arbeitsaufträge. So müssen wir dringend die festgestellten Disparitäten abmildern. Dazu sind kleinere Klassen unerlässlich. Außerdem müssen wir uns verstärkt darum kümmern, Kinder mit Migrationshintergrund rechtzeitig - bereits in der Vorschule - besser zu fördern, damit sie die deutsche Sprache so beherrschen, dass mangelnde Sprachkenntnisse kein Hindernis für das Lernen darstellen." bekräftigt Huber. Aber auch die Realschule ist hier besonders gefragt. Der Realschullehrerverband hat hierzu bereits geeignete Modelle vorgestellt, die lediglich auf Umsetzung warten. Ingesamt wollen wir Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer sozialen Herkunft in einem angepassten Lernniveau mit Praxisbezug ohne Zeitdruck auf den Weg für den beruflichen Einstieg oder auch für das Abitur vorbereiten. So versteht sich die Realschule als Schule des sozialen Aufstiegs. Dies gelingt ihr offenbar so gut, dass sich immer mehr Schüler an der Realschule anmelden. Doch ausgerechnet diese Schulart kämpft in Bayern immer noch mit den höchsten Klassenstärken und einer unbefriedigenden Lehrerversorgung.
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