Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
Wiegen und Messen - doch Konsequenzen bleiben aus
BLLV-Präsident Wenzel lobt die Schüler und äußert sich kritisch zu den Ergebnissen des Ländervergleichs zur Überprüfung von Bildungsstandards
Mehr zu: Bayern, Bildungsbericht, Bildungschancen, Bildungsstandards, Deutsch, Föderalismus, Fremdsprachen, Hauptschule, Statistik, SchuleDas gute Abschneiden beim Ländervergleich zur Überprüfung von Bildungsstandards ist in erster Linie ein Verdienst tüchtiger Schülerinnen und Schüler und engagierter Lehrerinnen und Lehrer. Es kann nicht über die schwerwiegenden Probleme und Verwerfungen im bayerischen Schul- und Bildungssystem hinwegtäuschen: dramatisch veränderte Schülerströme, der nicht mehr aufzuhaltende Zusammenbruch der Hauptschulen bei gleichzeitig überfüllten Realschulen und Gymnasien, tausendfach scheiternde Schüler, die Privatisierung und Kommerzialisierung der öffentlichen Bildungseinrichtungen und die damit einhergehende Bildungsungerechtigkeit.
BLLV -Präsident Klaus Wenzel: "Aus dem Bildungsbericht 2010 wissen wir, dass mehr als 7% eines Jahrgangs keinen Schulabschluss hat und jeder sechste junge Mensch zwischen 20 und 30 ohne Ausbildung da steht. Anstatt darauf angemessen zu reagieren, indem wir Schulformen inhaltlich zusammen führen, wiegen und messen wir munter weiter."
Der BLLV -Präsident ist überzeugt: "Schüler und Lehrer wollen weniger über Ergebnisse partiell durchgeführter Leistungserhebungen informiert werden, sie wünschen sich vielmehr eine andere Schule. Eine Schule, in der es eben gerade nicht um ständige Leistungsmessung und damit verbundene Sortierung geht." Sie spürten sehr genau, dass es bei der Veröffentlichung solcher Testergebnisse nicht in erster Linie um ihre Bedürfnisse geht, sondern darum, ein überholtes und unpädagogisches Schulsystem mit Hilfe fragwürdiger Daten zu legitimieren.
Wenzel fordert, dass aus den Erkenntnissen der Leistungserhebungen die richtigen politischen und pädagogische Konsequenzen gezogen werden: "Wenn es ums Wiegen und Messen geht, ist die Schulpolitik sehr eifrig. Wenn es um die entsprechenden schul- und bildungspolitischen Konsequenzen geht, hört der Eifer ganz schnell auf. Die Schulen werden mit ihren Problemen weitgehend allein gelassen und es heißt, es seien zu wenig Mittel da."
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Wie nicht anders zu erwarten: Die Augen vor den Tatsachen verschließen und weiter mit der üblichen Polemik.
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