GEW Baden-Württemberg
Aus in der Vorrunde
Geldbeutel der Eltern entscheidet weiter über den Bildungserfolg
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungschancen, Bildungsstandards, Deutsch, Föderalismus, Fremdsprachen, Statistik, Schule"Im internationalen Vergleich würde Baden-Württemberg mit dem Ergebnis der aktuellen Vergleichsstudie bereits in der Vorrunde ausscheiden. So schön das gute Abschneiden im Bundesländervergleich ist, es nützt nichts den Kindern, denen der Zugang zu vielen Bildungs- und Berufswegen versperrt bleibt. Dass Baden-Württemberg seit zehn Jahren bei jeder Untersuchung hier am schlechtesten abschneidet, zeigt, dass unser Bildungssystem grundlegend modernisiert werden muss", sagte am Mittwoch (23.06.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die Bildungsgewerkschaft macht sich im Zusammenhang mit der Untersuchung für eine Stärkung der Diagnose- und Förderkompetenz durch Lehrerfortbildung stark. In den vergangenen Jahren wurden die Mittel dafür im Südwesten gekürzt. "Kein Betrieb würde in Zeiten grundlegender Umstrukturierung die Mittel für die Qualifizierung des Personals reduzieren. In Baden-Württemberg werden Reformen eingeführt, ohne die Mittel für Fortbildungsangebote entsprechend zu erhöhen", so Moritz.
Seit PISA 2000 gibt es nach dem Bundesländervergleich keine Verbesserungen, in der Lesekompetenz erreichten die getesteten Jugendlichen des neunten Schuljahres in Baden-Württemberg 2009 504 Punkte, 2000 waren es noch 510. "Es ist kein Grund zum Jubeln, dass sich Baden-Württemberg gegenüber PISA 2000 nicht verschlechtert hat. Der Südwesten ist Spitzenreiter in Sachen Ungerechtigkeit und braucht dringend stimmige pädagogische Konzepte und passende Schulstrukturen für alle Kinder und Jugendlichen und nicht 1.000 verschiedene Projekte. Es reicht auch nicht, immer wieder die Beruflichen Gymnasien als Ausweg für die mangelnde individuelle Förderung in den Jahren zuvor anzupreisen", sagte Moritz.
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