Minister Tesch zum Ländervergleich: Weiteres Leistungspotential durch individuelle Förderung an Selbstständiger Schule frei setzen
Mehr zu: Akkreditierung, Bildungsbericht, Bildungschancen, Bildungsstandards, Deutsch, Föderalismus, Fremdsprachen, Junglehrer, Mecklenburg-Vorpommern, Statistik, Schule"Die Befunde über die sprachlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler in unserem Land machen deutlich, dass weiter intensiv an der Verbesserung der Lese- und Sprachkompetenz gearbeitet werden muss. Ich bin sicher, dass mit der Selbstständigen Schule und der damit verbundenen intensiveren individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler weiteres Leistungspotential frei gesetzt werden kann", so Bildungsminister Henry Tesch zu den Ergebnissen der zentralen Überprüfung der Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch, Englisch und Französisch.
Der Vergleich weist für die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen in Mecklenburg-Vorpommern folgende Ergebnisse aus:
Im Fach Deutsch: Lesen, Zuhören und Orthografie
erreichten sie Rang 7 und lagen damit im gesamtdeutschen Mittelwert. Damit hat sich die Lesekompetenz im Vergleich zu allen vorhergehenden PISA-Untersuchungen deutlich verbessert (von 2006 - Rang 14 bis 2009 - Rang 7). Das belegt, dass die Maßnahmen zur Entwicklung der Lesekompetenz, wie die individuelle Leseförderung und die Arbeit von Unterrichts- und Fachberatern, Erfolge zeigen und im Rahmen der Selbstständigen Schule fortgeführt werden müssen.
In den erstmals getesteten Bereichen Zuhören und Rechtschreibung erreichten die Schülerinnen und Schüler Platz 8.
Für die erste Fremdsprache Englisch: Lesen und Hörverstehen
erreichten die Schülerinnen und Schüler aus Mecklenburg-Vorpommern Platz 14.
Die flächendeckende Einführung des Fremdsprachenunterrichts in der 3. Klasse der Grundschule im Jahr 2006 lässt allerdings einen Leistungszuwachs erwarten.
Wie in allen anderen neuen Bundesländern weisen auch die Ergebnisse in diesem Bereich in Mecklenburg-Vorpommern auf den hohen Stellenwert der Lehrerbildung hin und verlangen eine stärkere Professionalisierung in diesem Bereich.
Bundesweit auffällig ist die Geschlechterspezifik der Ergebnisse. In beiden Fächern schnitten die Mädchen besser ab als die Jungen, was die Notwendigkeit einer besonderen Beachtung von Jungen bei der individuellen Förderung sprachlicher Kompetenzen verdeutlicht.
Minister Tesch: "Der Test belegt erneut die hohe Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland. Dabei gelingt es den neuen Bundesländern eher, diesen Unterschied geringer zu halten. Hier müssen wir durch Kontinuität in den Schulstrukturen und durch eine stärkere individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler für mehr Chancengerechtigkeit sorgen."
In Mecklenburg-Vorpommern nahmen insgesamt 9.310 Neuntklässler aller Schularten an den Vergleichstests teil.
Die Ergebnisse im Detail:
Deutsch
Lesekompetenz
Durchschnitt Deutschland 496 Punkte
M-V 493 Punkte
Rang 7
Entwicklung
40 Punkte entsprechen etwa einem Schuljahr
Zuhören
Durchschnitt Deutschland 500 Punkte
M-V 490 Punkte
Rang 8
Vergleichsdaten aus früheren Tests liegen nicht vor
Rechtschreibung
Durchschnitt Deutschland 500 Punkte
M-V 490 Punkte
Rang 8
Vergleichsdaten aus früheren Tests liegen nicht vor
Schlussfolgerungen
Der begonnene Weg der Umsetzung der Bildungsstandards ist richtig.
Sowohl Prüfungsaufgaben, die sich an den Bildungsstandards orientieren, als auch die standardbasierten Vergleichsarbeiten in den Klassenstufen 3, 6 und 8 tragen zur Verbesserung des Deutschunterrichts bei und fördern die Kompetenzentwicklung bei den Schülern. Maßnahmen zur Lesekompetenzentwicklung wie individuelle Leseförderung und die Arbeit von Unterrichts- und Fachberatern zeigen Erfolge und müssen fortgeführt werden.
Englisch
Leseverstehen
Durchschnitt Deutschland 500 Punkte
M-V 481 Punkte
Rang 14
Vergleichsdaten aus früheren Tests liegen nicht vor
Hörverstehen
Durchschnitt Deutschland 500 Punkte
M-V 463 Punkte
Rang 14
Vergleichsdaten aus früheren Tests liegen nicht vor
Schlussfolgerungen
Mit dem flächendeckenden Unterricht in der früh beginnenden Fremdsprache und der Umsetzung der Bildungsstandards sind entscheidende Schritte zur Qualitätsverbesserung des Englischunterrichts vorgenommen worden. Diese müssen konsequent weiterverfolgt werden.
Sowohl Prüfungsaufgaben, die sich an den Bildungsstandards orientieren, als auch die standardbasierten Vergleichsarbeiten in den Klassenstufen 6 und 8 tragen zur Verbesserung des Englischunterrichts bei und fördern die Kompetenzentwicklung bei den Schülern.
Der Anteil der grundständig ausgebildeten Englischlehrer in M-V ist zu erhöhen. Dementsprechend ist das Junglehrerprogramm unseres Landes gestaltet. In diesem sind Anreize enthalten, um Lehrkräfte bedarfsgerecht, auch im Fach Englisch, einstellen zu können.Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie unter www.kmk.org (Zusammenfassung IQB-Ländervergleich 2009) und weiterführende Informationen unter www.iqb.hu-berlin.de und www.ipn-uni-kiel.de
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