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Schleswig-Holstein

Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug zum Ländervergleich: "Sprachförderung muss weiter intensiviert werden"

Mehr zu: Bildung in Zahlen, Bildungsbericht, Bildungschancen, Deutsch, Föderalismus, Fremdsprachen, Schleswig-Holstein, Schule
Kiel, 24.06.2010 -

Schleswig-Holsteins Schülerinnen und Schüler haben im aktuellen Ländervergleich zur Überprüfung der Bildungsstandards im Fach Englisch über alle Schularten hinweg den 6. Rang erreicht. Im Fach Deutsch gab es einen 10. (Hörverstehen) und einen 12. Rang (Lesen und Rechschreibung).

Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug sagte heute (23. Juni): "Die Studie gibt uns Hinweise, an welchen Punkten Verbesserungen notwendig sind. Wir nehmen sie auch als Aufforderung, unsere Strategien und Projekte noch einmal zu prüfen." Beim Thema Bildung brauche man einen langen Atem. Vor Jahren gestartete Projekte wie "Lesen macht stark" hätten für den aktuellen Ländervergleich noch keine Wirkung entfalten können, weil die Neuntklässler von heute noch nicht in ihren Genuss gekommen seien. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass die erkennbaren guten Zwischenergebnisse kommende Untersuchungen positiv beeinflussen werden", sagte Klug. Im Übrigen verwies er auf die breite Sprachfrühförderung in Kitas und Grundschulen, die ebenfalls Früchte tragen werde. Klug betonte, vor allem müsse die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss trotz der bereits erzielten erheblichen Erfolge im letzten Entlassjahr noch weiter verringert werden. Zudem müssten die Bildungschancen für Kinder mit Migrationshintergrund verbessert werden.

Auffällig findet Bildungsminister Klug den signifikanten Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg. Der Ländervergleich 2009 attestierte Schleswig-Holstein, dass die soziale Herkunft deutlicher als in anderen Ländern über den Besuch des Gymnasiums entscheide. Er sei bestrebt, dies zu ändern. Eine frühzeitige Förderung schon in der Grundschule und Fortsetzung in der Orientierungsstufe unterstützten dieses Ziel. Zusätzlich soll der Einfluss der sozialen Herkunft dadurch verringert werden, dass die Durchlässigkeit zwischen den Schularten weiter verbessert wird. Im Hinblick auf die unterschiedlichen sprachlichen Kompetenzen von Jungen und Mädchen bedürfe es weiterer Anstrengungen. Ansätze hierfür lägen aber vor allem im Unterrichtsgeschehen, sagte Klug.

Beim Ländervergleich 2009 wurden Neuntklässler getestet - in Schleswig-Holstein 1.700 Schülerinnen und Schüler aus 71 Schulen (17 Hauptschulen, 17 Realschulen, 19 Gesamtschulen, 18 Gymnasien).

Die Ergebnisse im Überblick

Über alle Schularten hinweg hat Schleswig-Holstein in der Rangfolge der Länder in den getesteten Kompetenzen des Fachs Englisch einen 6. Rang erreicht, im Fach Deutsch den 10. Rang (Hörverständnis) beziehungsweise 12. Rang (Lesen und Rechtschreibung).

An den Gymnasien hat Schleswig-Holstein in den getesteten Kompetenzbereichen des Faches Englisch jeweils den 7 Platz erreicht, im Fach Deutsch den 7. Platz im Lesen, den 8. Platz im Zuhören und den 4. Platz im Rechtschreiben. Leistungsunterschiede zwischen den Ländern können nach Aussage der Bildungsforscher nicht mit der Zugehörigkeit der Schülerinnen und Schüler zu G8- oder G9-Jahrgängen erklärt werden.

Von den Schülerinnen und Schülern in Schleswig-Holstein, die den Mittleren Bildungsabschluss anstreben, erreichten im Fach Deutsch über 95% die Mindeststandards, im Zuhören und der Rechtschreibung sind es sogar nahezu alle. Im Fach Englisch erreichen 86% (Lesen) beziehungsweise 95% (Hörverstehen) die Mindeststandards. Nur Bayern erreicht in beiden Fächern noch bessere Ergebnisse als Schleswig-Holstein.

In allen Ländern schneiden die Mädchen in den untersuchten sprachlichen Kompetenzbereichen besser ab als die Jungen. In Schleswig-Holstein liegen diese Differenzen meist deutlich über den bundesdeutschen Durchschnittswerten.

In Schleswig-Holstein beeinflusst die soziale Herkunft deutlicher als in anderen Ländern, ob ein Kind ein Gymnasium besucht. Aber anders als in anderen Ländern werden dagegen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler weniger von deren sozialer Herkunft beeinflusst.

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