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Pressemeldung
Deutscher Kulturrat e.V.
Armes Schleswig-Holstein

Haushaltssanierung bedroht Kulturlandschaft in Norden

Mehr zu: Außerschulische Lernorte, Bildungsausgaben, Kulturelle Bildung, Politische Bildung, Schleswig-Holstein, Sonderthemen
Berlin, 29.06.2010 -

In der neuen Ausgabe (Juli/August) von politik und kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, wurde der Kulturfinanzkrise in Schleswig-Holstein der Schwerpunkt gewidmet. Kulturverantwortliche aus Schleswig-Holstein stellen ausführlich dar, was die geplanten Einsparungen für die kulturelle Infrastruktur des Landes bedeuten.

Der aktuelle Kulturfinanzbericht des Statistischen Bundesamtes von 2008 weist aus, dass im Jahr 2007 die öffentliche Kulturförderung im Land Schleswig-Holstein unter der des Jahres 1995 lag. Im Jahr 2005 hatte nur noch das Saarland weniger Pro-Kopf für die Kultur ausgegeben als Schleswig-Holstein (Pro-Kopf Ausgaben Saarland 50,1 Euro, Pro-Kopf-Ausgaben Schleswig-Holstein 53,6 Euro). Kürzungen treffen in Schleswig-Holstein also keineswegs auf "gut genährte" Kulturstrukturen, die ruhig abspecken können, sondern auf eine kulturelle Infrastruktur, die im Vergleich zu anderen mit wenig Mitteln auskommen musste.

Noch im laufenden Haushaltsjahr werden im Kulturbereich in Schleswig-Holstein durchschnittlich 10 Prozent der Landesförderung eingespart. Einige wenige werden geschont, andere dafür sofort abgewickelt. Die Kulturakteure wurden von Einsparungen unvorbereitet getroffen und viele werden sie kaum auffangen können. In den Jahren 2011 und 2012 sollen jeweils 15 Prozent im Kulturbereich eingespart werden.

Der Vorsitzender des Landeskulturverbandes in Schleswig-Holstein, Rolf Teuchert, fasst die Situation in politik und kultur mit dem Satz zusammen: "Schleswig-Holstein ist dabei, sich selbst aufzugeben".

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Schleswig-Holstein steht am Scheideweg. Schon in der Vergangenheit hat das Land die kulturelle Infrastruktur sträflich vernachlässigt. Jetzt will die Landesregierung die letzten kulturellen Pflänzchen auch noch kaputt sparen. Ohne eine zukunftsweisende Kulturentwicklungsplanung vorzulegen, wird kurzerhand Tabula Rasa gemacht. Ein Land, das so mit der Kultur umgeht, wird seiner verfassungsgemäßen Verantwortung nicht gerecht. Armes Schleswig-Holstein!"

  • Die Juli/August-Ausgabe von politik und kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, mit dem Schwerpunkt "Kulturfinanzkrise: Schleswig-Holstein" ist in Bahnhofsbuchhandlungen, an großen Kiosken, und auf Flughäfen erhältlich. Kostenlos kann die Zeitung als pdf-Datei im Internet unter www.kulturrat.de/puk/puk04-10.pdf (3,3 MB) geladen werden.

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