Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
Lage auf dem Hamburger Ausbildungsmarkt 2009 günstiger als erwartet
Die Behörde für Schule und Berufsbildung legt den Hamburger Ausbildungsreport 2010 vor
Mehr zu: Ausbildungspakt, Duale Ausbildung, Hamburg, Statistik, Berufliche BildungNach dem Ausbildungsreport 2010, den Bildungssenatorin Christa Goetsch heute öffentlich vorgestellt hat, ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt günstiger als erwartet. Im Berichtsjahr 2009 ist zwar wie in allen anderen Bundesländern als Folge der Wirtschaftskrise auch in Hamburg ein Rückgang der Ausbildungsaktivitäten festzustellen, dieser fällt jedoch moderater aus als vorhergesagt.
Die offizielle Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung weist für Hamburg mit 13.496 Verträgen eine Abnahme der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum Statistikstichtag Ende September 2009 um 1.366 bzw. 9,2 Prozent aus. Damit liegt der Rückgang in Hamburg auf den ersten Blick um einen Prozentpunkt über dem im Bundesdurchschnitt (8,2 Prozent). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die öffentlich finanzierten 500 Ausbildungsplätze aus dem Sofortprogramm des Senats, die für diesen Abschlussjahrgang zur Verfügung gestellt wurden, in der Statistik für 2009 nicht mitgezählt sind, da diese in Absprache mit der Wirtschaft erst im Februar 2010 eingerichtet wurden. Bezieht man diese Plätze ein, dann ist in Hamburg der Rückgang an Neuabschlüssen um 1.026 oder 6,9 Prozent im Bundesvergleich relativ moderat ausgefallen.
Trotz geringerer Schülerzahlen im dualen Bereich, ist auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den Vollzeitangeboten der berufsbildenden Schulen gesunken. Diese Entwicklung zeigt eine sich entspannende Tendenz am Hamburger Ausbildungsmarkt.
Um den Ausbildungsmarkt in Hamburg zu stabilisieren, hat auch die Behörde für Schule und Berufsbildung einen erheblichen Beitrag geleistet, indem sie 773 Ausbildungsplätze (Vorjahr: 735) ganz oder teilweise finanziert. "Wir werden auch in Zukunft unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um vor allem für Jugendliche mit Förderbedarf und Altbewerber Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen zu können", sagte Senatorin Goetsch.
Ein Ausblick auf das neue Ausbildungsjahr 2010/11 lässt erkennen, dass sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt für die Bewerberinnen und Bewerber wieder günstiger gestalten wird, da Handwerkskammer und Handelskammer in diesem Jahr mit einem deutlichen Zuwachs an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen rechnen. Entgegen den Vorhersagen hatte der doppelte Abiturientenjahrgang – bislang jedenfalls – noch keine Auswirkungen auf den Hamburger Ausbildungsmarkt.
"Der Hamburger Ausbildungsmarkt stellt weiterhin große Herausforderungen an alle Beteiligten", stellte Senatorin Goetsch fest. So werden nach wie vor 43 von 100 neuen Ausbildungsplätzen in Hamburg mit Jugendlichen besetzt, die ihren Schulabschluss außerhalb Hamburgs erworben haben. Zudem werden die Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2010 eine zusätzliche Nachfrage in den nächsten drei Jahren auslösen. Mit Verzögerung wird sich auch der Doppelabiturjahrgang 2011 in Niedersachsen auf dem Hamburger Ausbildungsmarkt bemerkbar machen.
Nicht alle Jugendlichen profitieren von der Entspannungstendenz auf dem Ausbildungsmarkt. Dazu Senatorin Goetsch: "Der Bedarf der Hamburger Wirtschaft an Fachkräften steigt. Deshalb können wir es uns nicht leisten, Jugendliche ohne Ausbildungsplatz auf Warteschleifen und staatliche Transferleistungen zu verweisen." Mit der eingeleiteten Reform des Übergangs Schule – Beruf, die mit einer vertieften Berufs- und Studienorientierung, einer zielgruppengerechten Ausbildungsvorbereitung und dem Hamburger Ausbildungsmodell entscheidende Akzente für ein modernes, zielorientiertes Übergangsmanagement setzt, hat Hamburg die Weichen gestellt, um das Potenzial der Hamburger Jugendlichen auszuschöpfen. Das Ziel ist es, künftig alle attraktiven Lehrstellen der Hamburger Wirtschaft mit Hamburger Jugendlichen besetzen zu können." Vor diesem Hintergrund beschreibt der Ausbildungsreport 2010 ausführlich das Phänomen der mangelnden Ausbildungsreife und die vielfältigen Handlungsoptionen, die zu deren Verbesserung im Rahmen der Reform des Übergangssystems umgesetzt werden.
"Auch im Jahre 2010 werden wir gemeinsam mit unseren Partnern in Wirtschaft und Verwaltung möglichst allen Hamburger Jugendlichen eine nachhaltige berufliche Perspektive eröffnen", so Senatorin Goetsch.
Der Ausbildungsreport
2010 beleuchtet neben den bereits genannten Sachverhalten u.a.
folgende berufsbildungspolitische Themen:
Berufliche Handlungsfähigkeit als Ziel der Berufsausbildung (S. 49),
Diskussionsstand zum Deutschen Qualifikationsrahmen DQR (S. 52),
Einzelheiten zum Berufswahlverhalten Jugendlicher, Bilanz und Ausblick für Hamburg (S. 58).
Das Dokument als Download finden Sie unter: www.hamburg.de/bsb-publikationen
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