Massive Einschnitte bei Finanzhilfe für gemeinnützige Schulen in Mecklenburg-Vorpommern
CDU-Bildungsministerium bringt freie Schulen in Existenznot
Mehr zu: Fachhochschule, Mecklenburg-Vorpommern, Privatschulen, SchuleDie vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Kraft gesetzte Neuregelung der Finanzhilfe für Schulen in freier Trägerschaft gefährden nach Einschätzung des Verbands Deutscher Privatschulen Nord (VDP-Nord) die Existenz des Privatschulwesens. Nach Ansicht des Verbandes wird die neue Finanzhilfe einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten.
Vor dem Hintergrund der kurzfristig in den Sommerferien bekanntgegebenen Fördersätze, müssen die gemeinnützigen Träger freier Schulen in Mecklenburg-Vorpommern mit massiven Einschnitten in das neue Schuljahr starten. Je nach Schulform sieht die neue Finanzierung Kürzungen um bis zu 30 Prozent bei allgemein bildenden Schulen vor. Im Bereich der beruflichen Schulen werden Personalkostenzuschüsse, je nach Ausbildungsgang und Schulträger, sogar um bis zu 65 Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2009/ 2010 gekürzt. "Die Finanzhilfe in Mecklenburg-Vorpommern wird damit ihrem Verfassungsauftrag nicht mehr gerecht, ein freies Schulwesen zu gewährleisten.", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Privatschulen Nord (VDP-Nord).
Schneider ist sehr überrascht über die öffentliche Darstellung durch das Bildungsministerium, man habe gemeinsam mit den Schulträgern Lösungen gefunden: "Eine so emotionale Sitzung wie Ende vergangener Woche im Bildungsministerium habe ich noch nicht erlebt. Alle Schulvertreter zeigten sich außerordentlich empört über die massiven Kürzungen und den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Zahlen. So kurz vor dem neuen Schuljahr können die meisten Schulen nicht mehr reagieren. Selbst mit Anpassungen bei Personal- und Sachausgaben, für die gesetzliche Fristen einzuhalten sind, wird es vielen Schulen nicht möglich sein, auf die dramatischen Kürzungen zu reagieren." Die vom Bildungsministerium angekündigte ´Anschubfinanzierung' zur Überbrückung der fehlenden Übergangsfrist bezeichnet Schneider als "finanztechnische Spielerei". Schneider: "Sonst monatlich ausgezahlte Abschläge werden in Tranchen zusammengefasst, um kurzfristig die Liquidität der gemeinnützigen Schulen zu erhöhen. Ich nenne das einen Weg in die geordnete Insolvenz."
Die Behauptung des Ministeriums, der späte Zeitpunkt der Veröffentlichung sei auf den Wunsch der freien Schulen zurückzuführen, ebenso wie die Wahl des vergangenen Schuljahres als Berechnungsgrundlage, weist Schneider entschieden zurück: "Die schülerbezogene Lehrerstundenzuweisung, die die Basis der Finanzhilfeberechnung für freie Schulen ist, wurde erst im letzten Schuljahr eingeführt. Zahlen aus 2008 können daher überhaupt nicht genutzt werden." Auch die konkrete Berechnung der Schülerkostensätze bezeichnet Schneider als widersprüchlich: "Es kursieren erheblich voneinander abweichende Zahlen zum Beispiel bei den Personalausgaben an staatlichen berufsbildenden Schulen. Wir denken, dass die maßgeblichen Verordnungen auch in diesem Punkt vor Gericht nicht standhalten werden."
Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemein bildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der VDP die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen.
Pressekontakt zu dieser Meldung
Florian Becker, Dipl.-Soz. Wiss.
Pressesprecher
Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V.
Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft
Bundesgeschäftsstelle
Reinhardtstr. 18
10117 Berlin
Tel.: 030 / 28 44 50 88-0
Fax: 030 / 28 44 50 88-9
E-Mail:
Internet: www.privatschulen.de
Schulsterben in der Weiterbildungsbranche
Düsseldorf,
09.11.2011.
Die Lage für alteingesessene Bildungsträger in der Fort- und Weiterbildung spitzt sich zu. Der Verband deutscher Privatschulen NRW e.V. befürchtet in den kommenden Jahren eine Pleitewelle, erste Schulen mussten schon jetzt schließen. Zum Hintergrund: Schon seit Jahren haben die Bildungsträger ...
OECD-Bildungsstudie: Deutschland muss Investitionsstau im Bildungsbereich beenden
Berlin,
16.09.2011.
Deutschland verliert den Anschluss im Ländervergleich der Gesamtinvestitionen für Bildung. Das zeigt der aktuelle Bericht "Bildung auf einem Blick 2011" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert Bund ...
Freie Schulen immer stärker nachgefragt
Düsseldorf,
19.01.2011.
Immer mehr Eltern in Nordrhein-Westfalen schicken ihr Kind auf eine Privatschule. 164 571 Schülerinnen und Schüler besuchen im laufenden Schuljahr private allgemeinbildende Ersatzschulen, wie it.NRW (Statistisches Landesamt) mitteilt. Das waren 7,8 Prozent der gesamten Schülerschaft an ...
- „Von 1965 bis 1975 gab es den Deutschen Bildungsrat. Dieser wurde von den Politikern aufgelöst, als er zu fortschrittlich wurde ....“
- MRotermund zu Nationaler Bildungsrat gefordert
- „Sprachstandsfeststellung? Ok! Aber doch nicht so!“
- Philsmom zu Sprachtests in NRW: Es geht nicht um die Kinder
Aktuelle Lernhilfen
|
Aktuelle Lernhilfen finden
ein Service von lernklick.de
|








Interviews -



Newsletter
Feedback